Sarah Pfaffeneder: Zwischen Klassenzimmer, Kinderzimmer und Bücherregal
Shownotes
Im Podcast erzählt Sarah Pfaffeneder, Lehrerin und erfolgreiche Buchautorin aus Linz, wie sie zur Literatur und zum Schreiben kam. Sie spricht offen über ihren Werdegang, ihre Kindheit in Gallneukirchen und warum sie ganz bewusst nach Salzburg zum Studieren ging. Spannend wird es, wenn sie über ihre Bücher berichtet: Ihr Erstlingswerk „Soy Beans“ entstand in nur 13 Tagen während der Corona-Zeit – ein Jugendroman, der sich subtil feministisch mit dem Erwachsenwerden beschäftigt. Ihr zweites Buch, „Wir sind eine Frau“, rückt die Erfahrungen und Herausforderungen von Frauen in den Mittelpunkt. Sarah Pfaffeneder betont, dass Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht ist und warum der internationale Feminismus für sie Herzstück und Antrieb ist. Sie setzt sich leidenschaftlich für mehr Sichtbarkeit von Frauen und für echte Wahlfreiheit junger Menschen ein – auch als Lehrerin im Klassenzimmer. Das Gespräch liefert ehrliche Einblicke, wie Sarah Pfaffeneder den Schreibprozess erlebt, mit Kritik und gesellschaftlichen Themen umgeht und welche Rolle Vorbilder wie ihre Mutter oder Großmutter für sie spielen. Sie berichtet von persönlichem Antrieb, über gesellschaftliche Rückschritte, die Wirkung von Social Media und die Zukunft von KI im Literaturbetrieb. Wer wissen will, welches Motto sie inspiriert, wie sie mit jugendlicher Perspektive im Unterricht arbeitet oder was sie sich für ihre Kinder und Schülerinnen und Schüler wünscht, sollte diese Folge nicht verpassen. Den Podcast gibt es unter https://ooe-ungefiltert.podigee.io/ und auf allen gängigen Podcast-Plattformen zum Abonnieren.
Transkript anzeigen
00:00:01: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Oberösterreich Ungefiltert, der Podcast der Oberösterreichspersönlichkeiten vor den Vorhang
00:00:11: holt.
00:00:12: Mein Name ist Rerena Schwarzinger.
00:00:21: Mein heutiger Gast im OberÖsterreich ungefiltered Podcasts ist Sarah Pfaffe-Neder, Lehrerin und erfolgreiche Buchertorin.
00:00:29: Wir sprechen über den Feminismus, Literatur im Allgemeinen und deren Einfluss – und über Privates!
00:00:36: Frau Pfaffe-Neder, herzlich willkommen.
00:00:38: Ich
00:00:38: freue mich total, dass ich heute da sein darf.
00:00:41: Eins vorweg gehen wir zum kommunikativen Duüber?
00:00:44: Ja, total gern!
00:00:45: Das
00:00:45: freut mich.
00:00:46: Bist du eine waschechte Oberösterreicherin?
00:00:48: Oh ja definitiv.
00:00:49: D.h.,
00:00:49: bist du geboren wo?
00:00:51: In Linz?
00:00:52: tatsächlich
00:00:53: Wie war deine Kindheit und wie bist du aufgewachsen?
00:00:55: Ich bin in Garnerkirchen aufgewachsen Und es war wunderschön dort.
00:01:00: Es hat ganz viele junge Familien gegeben Freunde und Freundinnen.
00:01:05: kauft man natürlich dann die schönsten und besten für mich ausgesucht, die ich noch immer habe tatsächlich.
00:01:11: Die alte Gallinger Gang gibt es nach wie vor.
00:01:14: Tatsächlich haben wir uns natürlich auch anders entwickelt oder ein bissel auseinanderentwickelt je nach Beruf und Wertegang aber tatsächlich seit mal Mütter geworden haben wir die Kontakte wieder aufgenommen und uns wieder neu verbunden.
00:01:27: Welche Ausbildung hast du genossen?
00:01:29: Auf!
00:01:30: Ich hab tatsächlich auch in der Volksschule angefangen, in Gallen-Kirchen.
00:01:33: Hab dann eine neue Mittelschule besucht die Sporthauptschule genannt worden ist damals.
00:01:38: ich war aber immer total unsportlich.
00:01:40: also das ist erst im Erwachsenenalter gekommen war es in einer Regelklasse nicht bei den Sportskanonen und war dann in der HBLA, damals hat's noch HBLa geheissen in der Heil-Wee im Auchhof und habe da die BHS besucht und dort auch maturiert.
00:01:56: genau Anschließend war ich ein Jahr im Ausland, in England.
00:01:59: Habe dort au pair gemacht und danach in Salzburg studiert, Deutsch- und Englisch auf Lärm.
00:02:05: Warum Salzburg?
00:02:06: Salzburg habe ich ausgesucht weil sie in Linz damals nicht gegangen ist.
00:02:10: da hat sich dieses Klass dann noch nicht gegeben aus Linz und Salzburg Und deswegen hab' ich mir gedacht okay, dann muss es Salzburg sein oder Wien!
00:02:18: Von Wien.
00:02:19: tatsächlich hat mich damals eine Professor abgeraten weil's sehr anonym und groß war.
00:02:23: Damals wahrscheinlich ist das immer noch so und mir geraten nach Salzburg zu gehen.
00:02:28: Genau, deswegen ist es Salzburg geworden!
00:02:30: Und ich hab's geliebt.
00:02:30: also das ist wirklich wunderschön dort gewesen zu studieren auch wenn man natürlich am Anfang mit Scheu klappen durch die Stadt hetzt von Vorlesung zu Vorlesungen und erst später dann gemerkt habe wo ich denn da an wunderschönen alten Fresken zum Beispiel jeden Tag vorbeigelaufen bin.
00:02:47: Wo startest du deine Lehrerinnen-Karriere?
00:02:51: Wo waren deine ersten Schulen?
00:02:53: Ich habe tatsächlich immer an derselben Schule unterrichtet.
00:02:56: Also ich war nach der Uniausbildung direkt im Unterrichtspraktikum, dass er jetzt da ein bisschen anders abläuft.
00:03:02: Bin dazu geteilt worden zu der Schule, an der ich jetzt bin am Aloysianum und... Tatsächlich ist dann eine Kollegin von mir schwanger gewesen und die hab' dann gleich einen KV übernommen.
00:03:12: also ich bin dort dann mit vierundzwanzig sofort losge... Entschuldigen.
00:03:19: Habt ihr dann sofort losstarten können?
00:03:21: Genau!
00:03:21: Dann bin ich dort geblieben.
00:03:22: Ein KV?
00:03:23: Nur für uns, die sich nicht auskennen.
00:03:25: Entschuldigung!
00:03:26: Wachst du doch gar eine Klassenvorstellung.
00:03:27: Bin ich gleich geworden genau nach einem halben Jahr und es war natürlich ein ganz großes Vertrauen und hat sich aber gelohnt weil das wirklich gut funktioniert hat.
00:03:36: Als Lehrerin für Englisch und Deutsch kannst du gut schreiben bis Sprachgewandt.
00:03:40: War dies auch der Grund für deine Autorinnen-Karriere?
00:03:44: Tatsächlich wollte ich immer drei Dinge machen.
00:03:47: Ich wollte immer mit Kindern arbeiten Also schon, ich wollte mal Säuglingsschwester werden und dann haben wir doch die Neuwert-Dochlerinnen oder eben auch dieses und jenes.
00:03:55: Ich wollte immer irgendwie mit Kindern arbeiten weil sie einfach unsere Zukunft sind und man einfach so viel bewegen kann und man voneinander so arg viel lernt!
00:04:05: Und ich wollte da aber auch immer schreiben und am liebsten wäre ja auch noch Pathologin worden.
00:04:10: Das finden immer alle sehr strange.
00:04:12: Deswegen habe ich dann angefangen Deutsch und Biologie zu studieren.
00:04:15: Pathologen warum?
00:04:17: weil mir der menschliche Körper fasziniert, also ich finde es total spannend welche Aufgabe die Organe haben.
00:04:22: Und ich hätte aber nicht Ärztin werden können, weil sie zu viel Angst gehabt hat dass irgendwie wenn mehr Schade wahrscheinlich... Ich hätt das glaube ich nicht aus kein so dickes Fell hätte ich in dieser Branche.
00:04:33: Deswegen habe ich mir gedacht okay wenn dann schon wer tot ist dann kann ich ja mehr kaputt machen und jetzt trotzdem mal anschauen können.
00:04:40: dann wird natürlich naheliegen dass irgendwie krimi Autorin wäre oder irgendwie so thrillermäßig unterwegs bin, aber in die Richtung hat es mich dann nie verschlagen.
00:04:47: Ich habe ein Biologielehrer geheiratet also die Informationen hab ich dann trotzdem alle.
00:04:51: Also zwei von drei sind mal erledigt.
00:04:53: können wir Hackel machen?
00:04:55: Dein erstes Buch ist ein feministischer Jugendroman.
00:04:58: Das musst du uns jetzt ein bisschen erklären.
00:05:00: Erstens wie ist der Titel und was geht's?
00:05:02: Und wie kann ein Jugendromant feministisch sein?
00:05:05: Tatsächlich wird ihn gar nicht als feministischen Jugendroman bezeichnen obwohl das natürlich subtil auch isst Weil er heisst Soja und Beans.
00:05:15: Und wie die Sojabone quasi, so heißen die zwei Pythagonistinnen.
00:05:20: So ist das Mädchen, Beans is der Bursch... ...und es geht heute sehr viel ums Mädchen.
00:05:26: sein Frauwerden sich entwickeln.
00:05:29: Vordergründig ist es eine Liebesgeschichte oder eine Pseudoliebesgeschichte denn es geht ein bisschen anders aus als gedacht oder als alle immer glauben.
00:05:37: Die Zwei lernen sich übers Internet kennen weil sie einfach dieselben Bücher lesen und rezensieren.
00:05:42: Und hintergründig geht es aber hauptsächlich um dieses wer bin ich, ums Teenager sein?
00:05:48: Es geht darum wie ist mein Körper?
00:05:51: Wie anders ist er als andere Körper?
00:05:53: Bin ich weniger weiblich weil mein Körper noch nicht entwickelt ist oder weil ich meine Periode nun nicht habe?
00:05:57: das sollte einfach thematisieren und deswegen ist es auch natürlich subtil feministisch weil's natürlich ein Female Gaze ist.
00:06:04: das bedeutet aus der weiblichen Sicht schreibend!
00:06:14: Da war Corona.
00:06:16: Und tatsächlich war es so, dass wir ein Spielplatz gelebt haben, mein Sohn und ich.
00:06:20: Ich war da gerade in Karrenz.
00:06:22: Wir waren am Vormittag immer draußen auf dem Spielplatz, wo niemand sonst war, weil natürlich alle entweder krank waren oder arbeiten waren oder in der Schule waren... ...und da habe ich in meinem Kopf geplottet während die Sand gespürt hab mit ihm!
00:06:35: Dann hat er am Mittag sehr lang schlafen und dann habe ich mittags immer geschrieben, Nachmittag war selbes Programm Spielplatz.
00:06:42: Und am Abend habe ich dann das gelesen was ich geschrieben hab und am nächsten Tag einfach weitergemacht.
00:06:46: Und dann war's fertig!
00:06:48: Ich glaube es waren vierzehn Tage minus einen weil da bin ich impft worden.
00:06:51: Da haben wir nicht geschrieben.
00:06:52: Wahnsinn!
00:06:54: Weil normalerweise ist es doch ein längerer Weg überhaupt beim ersten Werk bis es dann geschrieben ist.
00:07:01: Absolut aber ich glaub das ist mein... Stil, weil ich muss da drinnen bleiben in diesem Sog.
00:07:06: Ich beschreibe das oft so wie Menschen die sehr sportlich sind und einfach laufen müssen damit der Druck sie abbaut oder Fussbespüren gehen oder vielleicht am Computer zocken.
00:07:16: es hat ja jeder Mensch irgendwie so eine Leidenschaft irgendwas wo womit man den Alltag irgendwie los wird Und bei mir ist das das Schreiben und wenn dieser Sog kommt dann kann ja nichts anderes machen.
00:07:26: also da nervt's mich dann eher wenn ich Stunden langsam spielen muss weil ich möchte wirklich in die Tasten hauen Und deswegen ist es so schnell gegangen.
00:07:33: Ich habe ja schon mehrere Romanprojekte gehabt oder angefangen, während ich da auch nicht zum Beispiel bloß warst, dass ich mich so schnell weiterentwickelt hab und wenn dann eine intensive Prüfungsphase war – und dann habe ich jetzt zwei, drei Monate später wieder mir meinen Text angestellt, wobei ich selber schon so viel weiterentwickle, das das nie mehr zu mir passt hat!
00:07:53: Und ich glaube in dieser kurzen Zeit kann man sich nicht so arg für Weiterentwickeln und da hat's einfach gepasst.
00:07:59: Du warst im Tunnel
00:08:01: Da war ich im Tunnel, ja absolut.
00:08:03: Jetzt kam dein zweites Buch heraus!
00:08:05: Wir sind eine Frau heißt das und was geht's?
00:08:09: Es ist ähnlich vom Stil wie der Jugendromant tatsächlich inhaltlich natürlich ganz anders.
00:08:15: aber es gibt wieder eine vordergründige und ein hintergründiger Story.
00:08:18: Die Vordergründe lässt sich zusammenfassen in einen zwei Sätzen oder sogar in einem...es geht um eine Frau die einen Knoten in ihrer Brust entdeckt und den Weg von ersten Ertasten über verschiedene Termine bis hin zur Diagnose am Schluss.
00:08:33: Ob sie denn krank ist oder nicht, wäre die vordergründige Haltung.
00:08:36: Handlung.
00:08:37: hintergründig geht es eher darum dass diese Frau sich eben selbst wieder kennenlernen muss und alles das reflektiert was sie schon an Herausforderungen zu bewältigen hatte.
00:08:51: Und deswegen ist diese Frau nicht einer wahren Frau nachempfunden, die ist komplett fiktiv und die vereint ganz, ganz viele Themen, die eben Frauen betreffen.
00:09:00: Und deswegen hoffe ich, dass es auf der ganzen Welt keine einzige Frau gibt, die das alles durchmachen muss!
00:09:05: Diese Frauin – wir sind eine Frau – bleibt namenlos auch deswegen weil sie dem Kollektivfrau entspricht.
00:09:12: also sie verbindet uns alle.
00:09:15: Deswegen hat ja kein Namen.
00:09:17: Wie siehst du denn die Frau in unserer Gesellschaft?
00:09:21: Wie schaut's da in Österreich aus?
00:09:23: Danke für den Zusatz Österreich, denn mir ist ganz wichtig, dass Feminismus was weltweit das ist und es nicht nur jetzt auf mich sich bezieht oder auf die Frauen in Linz oder Oberösterreich oder Österreich.
00:09:35: Sondern das ist eine weltweite Sache, die man angehen muss weil Gleichberechtigung uns einfach alle angeht!
00:09:41: Ich persönlich bin natürlich in einer bevorzugten Situation als weiße Frau im reichen Land also... Man kann auch nicht sagen, mir geht's schlecht aber die Sache Gleichberechtigt sind wir nach wie vor nicht.
00:09:55: Frauen werden teils anders bezahlt, wir werden anders angeschaut es werden andere Dinge erwartet und ich denke mal dass das was ist was man ruhig aufbrechen kann.
00:10:05: an sich denke das Frauen in Österreich viele Frauen in österreich ein gutes Standing-Hom besonders in der Bildungsschicht.
00:10:13: aber wir sehen auch tagtäglich dass ganz ganz viele Frauen eben zu kämpfen haben und diese dieses Ungleichgewicht Wirklich auch am eigenen Leib und Leben spüren.
00:10:25: Nicht umsonst hör mal ständig, dass es Femizide gibt und das darf einfach nimmer sein.
00:10:30: Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der des Alltag-und Usus ist Und deswegen gibts noch viel Arbeit Auch wenn wir schon fratschig schrittlich sind.
00:10:41: Angekommen sind wir schon lang also noch lange nicht.
00:10:43: Warum setzt du dich dafür ein?
00:10:45: Was gibt dir denn Antrieb?
00:10:47: Mir gibt den Antrieb, dass ich es für meine eigenen Kinder und auch für meine Schulkinder bezeichne.
00:10:54: Ich möchte's einfach besser für die haben!
00:10:56: Ich möchte nicht das Mädchen wie auch Burschen, denn es ist auch so wichtig, dass Feminismus ja nicht nur für Frauen ist.
00:11:03: Feminismus bedeutet der Weg hin zur Gleichberechtigung und man nimmt niemanden dadurch was weg.
00:11:08: Man begradigt nur ein bisschen.
00:11:10: Und ich möchte, dass Mädchen und Bursche die gleichen Chancen haben selbst ihr ich finden können, gerade diese jungen Menschen ohne die Klischees und ohne diese Rollenbilder aufwachsen müssen.
00:11:24: Natürlich suchen wir uns unsere Rollenbilde auch aus aber ganz vieles auch anerzogen und sozialisiert und da genau hinzuschauen kann das aufbrechen und dazu möchte ich beitragen dieses Sichtbarkeit zu erhöhen Auch für das was Frauen und junge Mädchen taktäglich mochen und ungesehen mochen weil es einfach so selbstverständlich geworden ist Und ich glaube, das ist das große Ziel von wir sind eine Frau und diesen Roman Sichtbarkeit zu schaffen.
00:11:51: Jetzt besagen aktuelle Studien dass die jungen Männer der Genset sagen sie wollen ihre Frauen Zuhause bei Familie und Kindern.
00:11:58: wie stehst du denn dann dazu wenn solche Ergebnisse rauskommen?
00:12:02: Also ich habe da als erstes gelesen dass man sich immer auch anschauen muss werden gefragt worden ist.
00:12:08: also man darf so Statistiken nicht immer sofort fürbare Münze nehmen.
00:12:12: Aber wir gehen mal davon aus, dass das fundiert ist und dass es passt.
00:12:15: Schockiert mich natürlich und verwundert mir tatsächlich!
00:12:19: Aber ich glaube, dass immer in Zeiten des Umbruchs ein Back to the Roots wünscht.
00:12:25: Dieses Früher war alles besser oder früher hat's funktioniert aber wir leben heute nicht mehr im Frühjahr oder im Damals Und deswegen versuche ich grad auch junge Burschen aufzuklären oder zu zeigen wie denn ihr Verhalten wirkt.
00:12:40: Und es spricht absolut nichts gegen ein klassisches Rollenbild, wenn denn alle Beteiligten das so haben.
00:12:47: Das ist ja so.
00:12:47: nur weil man feministisch denkt bedeutet das ja nicht dass das jetzt schlecht ist wenn wir gern zu Hause bleiben möchten.
00:12:53: bei den Kindern war ich auch an echter und dann wollte wieder mehr.
00:12:57: aber da sie die Entscheidungsfreiheit habe ich glaube das ist ja Grundrecht und das darf einfach niemandem genommen werden
00:13:05: Was würdest du als die größte Errungenschaft des Feminismus bezeichnen?
00:13:09: Das Wahlrecht würde ich wahrscheinlich spontan sagen.
00:13:14: Genau und da kommt es auch immer aufs Wording drauf an, denn tatsächlich haben sie zwar die Frauen natürlich erkämpft aber Männer haben's ihnen dann gegeben.
00:13:25: also das hat natürlich auch viel viel Überzeugungskraft gekostet.
00:13:29: wenn man sich die Geschichte anschaut war es natürlich so dass früher ganz frühener Männer haben wählen dürfen was natürlich mit der Geschichte zusammenhängt.
00:13:36: ganz früh waren es noch reiche Männer andere auch worden.
00:13:40: Und dann hat sie eben die Suffragetten gegeben in England, die dann sie eben eingesetzt haben.
00:13:46: Wie
00:13:47: wird man abgestempelt wenn man sich als Feministin autiert?
00:13:51: Ich glaube schon dass man ab gestempelt wird aber es gibt ja auch ein gutes Abstempel.
00:13:57: Das heißt wenn ihr das in der Bubble sorgt also da wo ich Gleichgesinnte finde dann ist es auch total verbindend absolut.
00:14:05: Also ich denke mal abstempeln ist natürlich negativ konnotiert.
00:14:08: Allerdings ist es halt einfach auch nicht wirklich ein Outing, sondern das ist einfach was ich bin und was ich repräsentieren mag.
00:14:16: Und... Ich glaube nicht dass man abgestempelt wird!
00:14:20: Vielleicht gibt's manche Vorurteile aber mit denen kann man ja aufräumen.
00:14:24: Also denkt mal wenn man ins Gespräch kommt Wenn wer offen is'.
00:14:27: ich glaub Offenheit ist die Lösung zu allem.
00:14:29: Einfach mal zuhören, einfach mal schauen und sich die Seite anhören auch wenn sie einem oder einer vielleicht gar nicht gefällt.
00:14:37: Das war ja damals dasselbe Aufschrei mit dem Veganismus.
00:14:40: Also, solange man nur informiert und nicht missioniert und sagt immer sich jetzt alle bekehren dann passiert hier auch nichts!
00:14:47: Und ich glaube ins Gespräch zu kommen das ist das große Ziel des A&O damit wir als Gesellschaft wieder mehr zusammenwachsen und nicht so getrennt werden.
00:14:57: Dein Buch, dein Roman, ist ja auch perfekt dafür geeignet um ins Gespräche zu kommen.
00:15:02: du hast es bei der Leipziger Buchmesse einen Auftritt gehabt, war es da unter Gleichgesinnten.
00:15:08: Wie war das so?
00:15:08: das Feedback auf dein Buch?
00:15:10: Das war sehr schön!
00:15:11: Die Sache ist aber natürlich auch, dass wahrscheinlich da einer Gleichgesinte eben angezogen werden von dem Titel und... Es war dann schon sehr, sehr schön nach der Lesung gerade wenn dann ganz junge Frauen zu mir gekommen sind und gesagt haben, Sarah danke, dass du dieses Buch geschrieben hast.
00:15:27: Es ist dann sehr, very schön, weil man das Gefühl hat, man kann was zurückgeben oder man kann etwas teilen.
00:15:34: Das war wirklich total schön.
00:15:35: Oder wenn natürlich sehr Unterschrift heute Autogramm, dann gibt mir dieses Autorinnen-Gefühl das man ja so im Alltag gar nicht hat.
00:15:45: Du bist noch sehr jung?
00:15:46: Bist Mama, Ehefrau, Lehrerin, Buchatorin?
00:15:50: Hast du noch Zeit für Hobbys?
00:15:52: Schreiben ist mein Hobby würde ich sagen!
00:15:54: Also das ist dieser Teil meiner Persönlichkeit die tatsächlich nur für mich mache Die suche immer für mich aus und die lebe ja nur für mich.
00:16:03: Und natürlich ist es auch ein Teil oder zum Teil ein Beruf, oder wie ist das zu einem Beruf geworden?
00:16:11: Aber es werden nicht alle Texte, die ich schreibe veröffentlicht, weil sie vielleicht nur für mir schreiben oder die nur in meinem Kopf existieren und vielleicht irgendwann raus dürfen oder die fertig geschrieben sind und die mal denken, ah, das entspricht mir nicht mehr ganz... Das ist was, was Sie tatsächlich nur für sich machen und Sie ziehen da ganz viel Kraft daraus!
00:16:28: Lernst du aktuell etwas Neues?
00:16:31: Ob ich gerade aktuell was Neues lerne, ich glaube, ich lern jeden Tag und zwar mit meinen Schülerinnen Jugendsprache.
00:16:38: Wir schreiben nächste Woche eine Schularbeit über Textanalyse und wir haben heute die ganzen Stilmittel wiederholt und das habe ich halt probiert anhand der Jugendssprache.
00:16:48: Und es war wirklich lustig!
00:16:49: Also man kann da ein bisschen aufpeppen, die verstaubten Themen und dann merken sie total, wir benutzen das tagtäglich.
00:16:55: Es gibt halt einfach einen Begriff Dafür.
00:16:57: Und das ist lustig, also ich versuche immer da in Verbindung zu bleiben.
00:17:01: Du hast zwar gesagt, ich bin noch jung aber für zehnjährige oder zwölfjährige bin ich das überhaupt gar nicht mehr mehr.
00:17:09: und da passieren dann oft ganz lustige Dinge zum Beispiel wenn ich den Konjunktiv oder den Imperativ, was grammatikalisch es erkläre anhand von Star Wars der Imperativ und der Imperator
00:17:20: z.B.,
00:17:21: oder wir machen verschachtelte Sätze und sagen ja jetzt kommen wieder Yoda-Sätze Wieso kennen Sie's da?
00:17:27: Aber sie sind doch viel zu alt.
00:17:28: und dann erklär ich auch nur erst, dass das sogar vor meiner Zeit war.
00:17:31: Und das macht es einfach verbindend!
00:17:33: Also es ist schön, ich glaube dadurch lerne ja ganz, ganz...viel von Ihnen.
00:17:38: Hast du Vorbilder?
00:17:40: Ja definitiv meine Mama ist mein Vorbild, meine Oma war ein ganz großes Vorbild weil ich schon bis ich so außerhalb ihrer Generation schon gelebt hat die hat ganz viele Ziele gehabt, die es verfolgt hat, war extrem gebildet und hat sich für so viele Dinge eingesetzt.
00:17:58: Und hat sie zu ihrem Chefposten in den Kindergarten hinauf gearbeitet, und ich habe sie als wahnsinnig stark empfunden.
00:18:06: Genau!
00:18:07: Sie ist definitiv mein
00:18:07: Vorbild.".
00:18:08: Das sind starke Frauen?
00:18:10: Was glaubst du würde die Oma sagen wenn sie hört dass im Sommer erst ein Gesetz für der Gender Pay Gap beschlossen wird, das es ein Gesetz braucht, das aufsichtsrätinnen in Unternehmen sein müssen?
00:18:24: Wird sie dann sagen, ja weit habt ihr es braucht.
00:18:27: oder warum ist das nur immer so dass Frauen ein bisschen Gesetze brauchen, Vorgaben brauchen damit sie Präsenz sind?
00:18:35: Sie wird mal sagen Es kommt zu spät aber es ist da.
00:18:41: Und aus diesem Grund dürfen wir nicht stehen bleiben denn wenn wir stehenbleiben gehen wir zurück.
00:18:46: und ich glaube das ist auch ganz was wichtiges was man immer beachten müssen weiter schaut.
00:18:51: Man muss das ja nicht immer alles als Kampf sehen, sondern als Gespräch, als Basis, als Gesellschaft.
00:18:57: und da denke ich mir, wer ist sie definitiv dabei?
00:19:00: Ich glaube mein Oma wäre sogar nicht die mit auf eine Demonstration gegangen wär, ob es sie jetzt nicht irgendwie hardcore feministisch war.
00:19:06: Sie hat das einfach gelebt Berufs- und Familie zu vereinbaren oder auch Dinge auszuprobieren, die ihr vielleicht nicht zurgesagt haben.
00:19:15: aber offen zu sein und das rechniere ich ganz hoch an
00:19:19: Wie lange müssen wir deiner Meinung nach den internationalen Weltfrauentag noch feiern?
00:19:23: Du hast ja das angesprochen, was Frauen und Mädchen und junge Frauen auch leisten, dass man nicht sieht.
00:19:30: Ich denke mal, dass der für immer gern bleiben darf!
00:19:34: Und selbst wenn alles erreicht ist – und ich glaube Equal Payment
00:19:37: usw.,
00:19:37: erst in den Hundert und dreißig Jahren oder so soweit – braucht man dennoch um uns einfach zu erinnern, was denn schon alles passiert ist in den ganzen Jahrhunderten davor.
00:19:49: Dieser Tag ist einfach auch für Sichtbarkeit da.
00:19:53: Weil ich Autorin bin oder auch AutorIn bin, gibt es ja ganz viel um literarisches Denken.
00:20:00: Zum Beispiel die Mary Shelley, die Frankenstein geschrieben hat der ist immer das abgesprochen worden weil eine Frau kann ja so nicht schreiben.
00:20:07: Oder erst jetzt kommt raus dass ganz berühmte Gedichte zum Beispiel von einer oberösterreichischen Dichterin im Mittelalter geschrieben worden sind Und das ist ja ewig lange her, man mitteleidt aber auf fünfhundert bis tausendfünfhundert circa.
00:20:19: und dass die.
00:20:20: jetzt sieht man oder gibt es da Hinweise darauf, dass sie das war.
00:20:24: Das ist so wichtig eben zu zeigen.
00:20:26: Frauen waren immer da, schreibende Frauen waren immer da!
00:20:30: Aber man hat ihnen oft geklaut?
00:20:32: Oder eben nicht zugesprochen?
00:20:34: Deswegen find ich's ganz, ganz wichtig, da eben die Finger draufzusetzen.
00:20:38: Das mache ich auch in meinem Unterricht so tatsächlich.
00:20:41: Woran glaubst du?
00:20:42: Ich glaube ganz fest daran, dass wir durch Offenheit und genaues Hinschauen uns immer in die richtige Richtung entwickeln können.
00:20:52: Und das es wichtig ist, dass man nicht nur auf die ganz lauten Stimmen hört sondern auch auf die vielleicht ein bisschen leiser sind.
00:21:00: Denn ich drückte sie mal so aus – viele leise Stimmen machen dann vielleicht einen riesigen Chor der dann vielleicht auch laute Stimme, die vielleicht laut brüllt übertönen kann durch einen richtigen Inhalt.
00:21:13: Hast du ein Lebensmotto?
00:21:15: Ich habe nicht wirklich ein Lebensmotor, nein aber ich hab einen Lieblingssatz aus meinem Buch und der lautet wir sind Atlantinnen also wie der Atlas, der eben die Welt auf sich trägt und da sprechen die zwei Freundinnen miteinander und der einen, den er krankt, die fühlt sie einfach durch als ihr da einen starken Dog habt und ihre Freundin sagt dann wir sind Atlantinen!
00:21:36: Und wenn wir gemeinsam das ein bisschen tragen dann wird es für uns alle ein bisschen einfacher.
00:21:42: Vielleicht ist das mein Lebensmotto!
00:21:44: Mit welchem Promi oder mit welcher Persönlichkeit, ob schon verstorben oder noch am Leben würdest du gerne einen Kaffee trinken gehen?
00:21:51: Ich werde wahnsinnig gern mit der Sophie von La Roche an Kaffees trinken.
00:21:56: Das ist eine Frau die in der Zeit der... man nennt sie Empfindsamkeit oder Sturm und Drang ist den meisten ein Begriff.
00:22:06: die den allerersten deutschen Frauen-Roman geschrieben hat.
00:22:09: Natürlich war sie beschützt von den Männern, die sie da irgendwie gefördert haben sonst wäre es unsichtbar gewesen.
00:22:16: aber mit ihr würde ich mich gern austauschen.
00:22:19: wie das denn war in seiner Männerdomänes irgendwie durchzukämpfen.
00:22:23: Wie schaut's mit Social Media aus?
00:22:24: Fluch oder Segen?
00:22:26: Ich glaube beides und man muss sehr vorsichtig damit umgehen.
00:22:31: für mich tatsächlich war das so als ich soy and beans rausgebracht habe ich mich angemeldet auf Social Media, nachdem ich ewig lang gar nicht mehr dabei gewesen bin.
00:22:39: Ich hab mir sofort wieder abgemeldet weil ich gespürt hab das ist nichts für mich.
00:22:43: Bin da überfordert mit diesen ganzen Bildern und Rollen.
00:22:47: Hab's dann bei Wir sind eine Frau wieder gemacht... ...und bin aber nur in der Buchbubble tatsächlich unterwegs oder hauptsächlich.. ..und es hilft dann extrem beim Connect'n oder zum herausfinden was zum Beispiel Wettbewerbe gibt Genau, wo es Lesungen gibt Angebote und da ist die Vernetzung natürlich extrem hilfreich.
00:23:11: Jetzt haben wir die KI in aller Munde.
00:23:13: hat man dann als Autorin ein bisschen die Sorge dass man vielleicht ersetzt wird das die KI das nächste Buch schon treibt?
00:23:21: Ich
00:23:21: bin jetzt sicher KI reproduziert ja hauptsächlich.
00:23:26: was ich an der KI ganz ganz furchtbar finde ist wenn halt Menschen das mit den Büchern füttern und andere, die sich dann raussaugen können.
00:23:35: Und die KI dann wirklich lernt.
00:23:36: Ich hab mal mitgemacht beim Wettbewerb, die nachträglich tatsächlich unsere Texte also den Vertrag geändert haben und die Texte dann an die KI verfüttern wollte... ...und da bin ich nicht ausgestiegen.
00:23:47: Sie hat gesagt, sie macht das nicht!
00:23:48: Hab dann zahlen müssen, dass es nicht passiert.
00:23:50: Also, dass die Bücher dann auch von der Website genommen werden oder die Textes weil ihr das einfach nicht wollt.
00:23:56: Ich glaub' nicht, dass KI uns ersetzen kann, weil es Gott bei meinem Schreiben so spontan und emotional passiert, dass ich das am Computer noch nicht zutraue.
00:24:08: Was die Zukunft bringt, werden wir sehen aber ich hoffe natürlich, dass Menschen weiterhin lesen und wirklich Originale auch lesen möchten – und kann einheitsbrei!
00:24:18: Zum Abschluss Sarah was wünschst du dir beruflich wie privat für deine Zukunft?
00:24:22: Für mein Buch würde mir wünschen, dass es einfach ganz viele Menschen erreicht Frauen wie auch Männern, vielleicht eine Freundin ist die man gerade nicht da hat.
00:24:32: Denn sehr häufig ist es einfach so dass man in einer Situation kommt und niemanden hat den oder die man fragen kann und in dem Buch wird so viel angesprochen, müssen sie ja selber so gegangen, das ihnen an der Situation war und ich habe niemanden gehabt mit der mich hätte unterhalten können.
00:24:46: Und deswegen war's mir so wichtig viele Themen anzuschneiden in diesem Buch damit man einfach Antworten bekommt und wenn was schwarz auf eis obgedruckt ist macht sich ein bisschen und nahbarer.
00:24:58: Und privat würde ich mir wünschen, dass ich für meine Kinder ein Vorbild bin, das gut genug ist so da sie einfach zu freien und wertvollen Menschen werden.
00:25:08: Ich glaube es ist als Mama mein größtes Ziel, dass Sie ihr Ich so gut wie möglich ausleben können und einfach happy sein!
00:25:16: Ich glaube das ist mir mein größstes Anliegen.
00:25:19: Sarah Pfaffe-Neder danke fürs Interview und alles Gute.
00:25:23: vielen Dank.
00:25:26: Hat Ihnen unsere Sendung gefallen?
00:25:28: Dann hinterlassen Sie uns doch bitte eine fünf Sterne Bewertung.
Neuer Kommentar