Abt Reinhold Dess: Wie lebt Glaube im 21. Jahrhundert?
Shownotes
In dieser Folge von OÖ Ungefiltert öffnet Abt Reinhold Dessl, der jüngste Abt des Stifts Wilhering und Vorsitzender der diözesanen Ordenskonferenz, die Tür zu einer außergewöhnlichen Lebenswelt. Er gibt Einblicke in ein strukturiertes Klosterleben zwischen Gebet, Arbeit, internationaler Gemeinschaft und moderner Verantwortung. Mit spannenden Geschichten aus seiner Jugend, vom Einstieg ins Ordensleben, seinen Aufgaben als Abt und Priester und seiner unerwarteten Rolle als Lebensretter wird die Vielfalt seiner täglichen Herausforderungen sichtbar. Abt Reinhold Dessl spricht offen über Werte wie Wahrhaftigkeit, Zweifel und Glaube, aber auch über die Notwendigkeit von Wandel und Innovation in der Kirche. Er hebt die Bedeutung des Dialogs und der Vernetzung verschiedener Kulturen hervor – etwa durch junge Ordensmitglieder aus dem Kongo und Südamerika – und zeigt auf, wie internationale Zusammenarbeit das Klosterleben bereichert. Spannend wird es, wenn er die Balance zwischen Tradition und Moderne diskutiert, von Social Media, eigenen YouTube-Projekten und der zunehmenden Digitalisierung im kirchlichen Alltag erzählt. Auch kritische Themen wie Kirchenaustritte, der Umgang mit Zweifeln und die Rolle der Kirche angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen werden nicht ausgespart. Hörerinnen und Hörer erfahren, wie Abt Reinhold Dessl die Verbindung von Spiritualität, sozialer Verantwortung und wirtschaftlicher Führung lebt – von der Firmung hunderter junger Menschen bis zur Pflege weitläufiger Klosterwälder und Innovationen wie dem neuen Pilgerweg durch das Mühlviertel. Wer erfahren möchte, wie gelebter Glaube und gesellschaftliche Mitgestaltung Hand in Hand gehen können, bekommt hier ehrliche, inspirierende Einblicke aus Oberösterreich. Abonniert den Podcast auf allen gängigen Plattformen unter: https://ooe-ungefiltert.podigee.io/
Transkript anzeigen
00:00:01: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Oberösterreich Ungefiltert, der Podcast der Oberösterreichspersönlichkeiten vor den Vorhang
00:00:11: holt.
00:00:12: Mein Name ist Verena Schwarzinger.
00:00:36: Herr Abdessel, herzlich willkommen.
00:00:39: Herzlich Willkommen auch von meiner Seite!
00:00:41: Eins vorweg gehen wir zum kommunikativen Du über?
00:00:44: Gerne
00:00:45: Das freut mich danke.
00:00:47: Bist du ein waschechter Oberösterreicher?
00:00:49: Ich bin ein Müffiertler aus Zwettl an der Rodel.
00:00:52: Wie bist du aufgewachsen?
00:00:53: wie war deine Kindheit?
00:00:54: War die vielleicht auch schon geprägt von Religion?
00:00:57: Also ich habe eine sehr behütete Kindheit gehabt.
00:00:59: Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen mit vier Geschwistern und war kirklich sehr sozialisiert.
00:01:06: Welche Ausbildung hast du denn genossen?
00:01:08: Nach der Volksschule in Zwettler bin ich an das Stiftskümmern aus dem Wilhering gekommen.
00:01:13: Bin dann nach der Materie neunzehn-achtzig dort eingetreten und nach dem Nubiziat habe ich in Linz Theologie studiert.
00:01:21: Ist dir, wie die Kampagne sagt Gott unterkommen?
00:01:24: Ja kann man sagen untergekommen eigentlich immer mehr.
00:01:27: dann ja Und es ist eine tägliche Herausforderung mit Gott umzugehen.
00:01:31: Es ist keine gemähte Wiese wie wir so schön sagen Es braucht doch Anstrengung und Einsatz.
00:01:36: Du bist ja auch nach der Matura dann in den Zisterzienser-Ordnen eingetreten?
00:01:40: Ja!
00:01:41: Wie können wir uns das vorstellen?
00:01:43: Was macht man da, wie schaut es aus?
00:01:45: Das Ordensleben ist ein sehr strukturiertes Leben.
00:01:48: Wir haben im Kloster selber vier Gebetszeiten, haben dazwischen Arbeitszeit, Erholung und auch gemeinsame Freizeit Und haben spannende Aufgaben in der Seelsorge.
00:01:58: Ich bin auch Pfarrer noch nebenbei.
00:02:00: Wir haben fast sechshundert Schülerinnen und Schüler im Haus und haben immer mehr Touristen, auch Pilger die bei uns einkehren.
00:02:07: Und im Orden bekommt man ja auch einen eigenen Namen?
00:02:10: Ist das korrekt?
00:02:11: wie lautet denn deiner oder... Also ich
00:02:13: bin ein getaufter Johann nach meinem Vater und heiße seitdem wir uns einordnet Reinholt!
00:02:18: Vielleicht der Hintergrund war auch ein bisschen mit dem Schriftsteller Reinhold Schneider sehr beschäftigt und es war sicherlich wieder auch ein Grund dass sich diesen Namen angenommen habe.
00:02:27: Das heißt du darfst dir Vorschläge machen wie dein Name lauten könnte?
00:02:30: Genau, jetzt will
00:02:30: ich bestimmt abt den neuen Namen.
00:02:33: Du hast gesagt, du bist auch Priester.
00:02:35: Was ist denn jetzt eigentlich so der Unterschied zwischen Priester, Abt, Diakon, Pfarrer?
00:02:40: Gibt's da...
00:02:41: Also Priester wird man durch die Weihe.
00:02:45: Pfarrern wird man ja in durch die Bestellung, den Pfarren leitet die Pfarre.
00:02:50: Also nicht jeder Priester ist es Pfarrers.
00:02:52: wie jeder Pfarres muss Priester sein und Abt leitet ein Kloster.
00:02:58: Abt wird gewählt als quasi Chef eines Klosters.
00:03:02: Ich bin seit dreizehn Jahren ab der Stifteswüllerin.
00:03:05: Erkommen wir noch einmal zum Priester, die Priester Weihe.
00:03:08: Das ist eine ganz besondere Zeremonie.
00:03:10: Kannst du uns dir ein bisschen beschreiben und auch wie es sie damals gegangen ist?
00:03:14: Was fühlt man da?
00:03:15: Also Priester Weih ist eines der Sieben Sakramente.
00:03:19: Es geht um die Funktion sozusagen das Evangelium zu verkünden, Sakramenten im Namen der Kirche zu feiern Bin damals vor kurzem verstorgernden Altbischof Maximilian Eichern zum Priesta geweiht worden.
00:03:31: Am ersten Sonntag im September, ist ein besonderes Datum, weil es unser Schutzengel fest in Willerien war.
00:03:38: Fast tausend Enkel in der Kirche und das ist sicher so ein bisschen für eine Hochzeit kann man sich das vorstellen.
00:03:44: Wirklich ein einmaliger Tag, der sich aber im Alltag bewirren muss.
00:03:49: Am fünfundzwanzigsten April, zwei Tausend Dreizehn wurdest du dann eben zum sieb, vierundsebzigsten Abt geweilt?
00:03:56: Was bedeutet dir das?
00:03:58: Bedeutet sehr viel Vertrauen von den Mitbrüdern.
00:04:00: Man wird gewählt!
00:04:01: Man traut einem etwas zu und beginnt dann mit den Aufgaben, die einem gestellt sind.
00:04:07: Die da wären?
00:04:08: Jetzt sind
00:04:09: wir gespannt!
00:04:09: Naja, das erste ist auch eine Gemeinschaft zu leiten.
00:04:12: Wir haben momentan wieder einundzwanzig Mitbrüder-Kandidaten.
00:04:16: Man fragt mich meistens wie viel Satz denn noch und ich sage dann, wir sind wieder ein und zwanzig... Wir haben Gott sei Dank sieben junge Leute in der Gemeinschaft und es ist sehr weltkirchlich.
00:04:27: Sechs junge, intelligente zielstrebige Männer aus dem Kongo sind bei uns in Billering und ein Südamerikaner.
00:04:35: Sehr international!
00:04:36: Genau, da kommt noch ein Ungarder zu und ein Deutscher.
00:04:39: Also wir sind eine sehr internationale Community globalisiert.
00:04:44: Wie unterhaltet sie euch?
00:04:45: Sprecht ihr Englisch miteinander oder...?
00:04:46: In der ersten Phase französisch... Ich habe so drei Jahre kommuniziert mit den Jungen.
00:04:51: Wir sehen so empfohlen worden im Kongo Weil Österreich eine besondere Kombination von klösterlichem Leben und pastoralem Dienst hat.
00:05:00: Das gibt es in dieser Form, ganz selten!
00:05:03: Und da sind wir mit einem italienischen Lust zusammen empfohlen worden... ...und ich war der Schnellere.
00:05:08: Darum haben sie sich für uns entschieden.
00:05:10: Und dann beginnen wir französisch gesprochen, gut so lang hatte ich Französisch in der Schule,... ...und die Brüsten lernen sehr schnell Deutsch.
00:05:17: Also großartig ja.
00:05:19: Und die lernen auch von dir?
00:05:21: Also es gibt einen Zuständigen, der ihnen Deutsch beibringt.
00:05:25: Sie gehen in die Linz auf die Volkshochschule und waren zum Teil auch in heiligen Kreuzenausbildungen.
00:05:31: Und sie können nicht bei euch in der Schule direkt unterrichtet werden?
00:05:34: Nein das ist ungekehrt dass sie schon im Unterricht beteiligt sind im französischen Unterricht als native speaker sozusagen.
00:05:40: aber die Ausbildung mit Lins auf der Volkshochschule ist sicher gediegener.
00:05:45: Welche Tätigkeiten kommen jetzt für dich noch auf dich noch zu im Kloster?
00:05:50: Also wie gesagt, die Leitung der Gemeinschaft und ich habe die letzte Verantwortung für die Wirtschaft.
00:05:55: Ich bin in all den Entscheidungen eingebunden.
00:05:57: Schau, dass sich mit unserer Schule den Kontakt halte bis ins Schulerhalter.
00:06:02: Wir schauen das in den Pfarrern der Betrieb läuft.
00:06:04: Wir haben vierzehn inkoperierte Pfarren zu betreuen also wirklich eine sehr bunte Aufgabe.
00:06:10: Und ein besonders schöner Aufgaben momentan ist die Firmsspendung.
00:06:14: Ich firme pro Jahr so circa achthundert junge Leute Also kommen schon auf über zehntausend Leute, die ich jetzt gefirmt habe.
00:06:22: Es ist das Sakrament der Stärkung und der Ermutigung.
00:06:25: Früher haben sie mich immer auch gesprochen – du hast mich getauft!
00:06:28: Und jetzt sagen Sie, Sie haben mich gefirmt.
00:06:30: Also wenn ich in Linzen im Geschäft gehört auf der Landstraße spreche mit kurzspontanen Leuten an und sage, Sie ja haben mich gefirmt.
00:06:36: Ich kann mich noch in Ihre Predigt erinnern.
00:06:38: Das freut mich ganz besonders.
00:06:40: Ja wie gehst Du damit um?
00:06:41: Dass du auch erkannt wirst dann und dass die Leute auf dich zukommen?
00:06:45: Ja,
00:06:45: man kann sich verkleiden wie man will.
00:06:46: Man wird immer wieder erkannt.
00:06:48: Bis hin so wenn ich in irgendwelchen lokalen ... Das war schon passiert das vom Nebendisch jemand heruntergegriffen war.
00:06:55: Du hast mich gefirmt im Inföterach!
00:06:59: Die Frage nach der Religion ist ja auch manchmal eine sehr intime für manche.
00:07:04: Wie würdest Du deinen Glauben erklären oder auch beschreiben?
00:07:08: Also Religion ist etwas Intimes, wie du gesagt hast.
00:07:11: Das Privatsache über Religion soll nie nur Privatsachen sein.
00:07:14: Religion hat auch ein Öffentlichkeitsgeragtes geht auch um Sichtbarkeit und Hörbarkeit der Religion.
00:07:20: Und für mich ist Religion ein immer neues Ringen um dieses Tugottes.
00:07:25: also wir sind nicht durch Zufall in dieser Welt.
00:07:28: es gibt jemanden der sich uns ausgedacht hat und da gibt das gilt es eine Antwort darauf zu geben.
00:07:34: Es ist ungemein spannend, sich mit Religion zu beschäftigen.
00:07:37: Man kommt nie an ein Ende!
00:07:39: Ja und man entwickelt sich ja auch weiter hat dann wieder andere Ansichten oder es gibt äußere Einflüsse natürlich.
00:07:47: Gefährlich sind die Leute von Papst Franziskus und man sagt sie keine Zweifel haben.
00:07:51: also ich glaube und Zweife sind zwei Geschwistern der zweifel motiviert zu einem immer neuen sich vertiefen auch in Religion.
00:07:59: braucht das auch in Zeiten wie diesen wo wir Krieg Unruhen Großes Sorgen teilweise haben noch mehr Glauben?
00:08:07: Ja,
00:08:07: es braucht Halt.
00:08:09: Und Halt ist sozusagen drückt sich in Haltung aus und dann den Verhalten und das Verhalten prägt die Verhältnisse.
00:08:16: Es ist ganz wichtig diesen Halt diese Verankerung im Transcendenten zu suchen und der schaut für Menschstoff ganz unterschiedlich aus.
00:08:25: Gibt auch die Gesellschaft Halt?
00:08:28: Ja!
00:08:28: Die Gesellschaft gibt Halt sie muss Halt geben ist aber teilweise sehr brüchig geworden Gerade in einer übertechnisierten Welt, also die Segnung in der Technik.
00:08:38: Sonst könnten wir diesen Podcast nicht aufnehmen sind wichtig aber Wir müssen vermehrt lernen damit umzugehen.
00:08:44: Wissen braucht Gewissen hat Papst Leerverkürzung gesagt und das ist der Beitrag der Religionen.
00:08:50: Welche Werte sind dir auch wichtig?
00:08:52: Auch die, die du gerne vermitteln möchtest?
00:08:54: Also der Wert der Wahrhaftigkeit ist etwas ganz Wichtiges.
00:08:57: Eigentlich sind in den zehn Geboten alle grundlegenden Werte drinnen Der Schutz des Lebens, das soll es nicht töten.
00:09:04: Das Schutz des Eigentums, dass wir es nicht stehlen.
00:09:07: Der Schutz der Wahrheit, was wir uns nicht lügen.
00:09:10: Der Schutz der Partnerschaft und der Treue, das wollen sie nicht ehebrechen.
00:09:14: Und vorangestellt soll auch der Glaube an Gott – das Heiligkeiten seines Namens!
00:09:20: Die Wichtigkeit von freien Tagen auch um Beziehungen zu pflegen.
00:09:23: Also das sind für mich die grundlegenden Werte.
00:09:27: Kannst du danach leben?
00:09:30: Ist es für dich einfach, diese Werte auch umzusetzen?
00:09:33: Ich versuche danach zu leben und kurz und dann gibt's immer wieder Korrektur.
00:09:37: Also wir brauchen nichts fehlerfrei sein!
00:09:39: Wir brauchen nicht perfekt sein aber wir sollen uns zur Verfügung stellen hat dieser Neujahrsbischof Grün wieder von wem gesagt ist ein sehr schönes Wort.
00:09:48: Wir brauchen Nicht Perfekt Sein Aber Wir Stellen Uns Zur Verfügung.
00:09:52: Du wurdest vor Einigen Jahren zum Lebensretter.
00:09:55: Was ist denn da passiert?
00:09:57: Ich bin heimgefahren auf der Straße von Linzdorf-Willeringen und hab mir gedacht, dann boden da rauf jemand.
00:10:03: Ich bin stehen geblieben und habe dann gesehen dass ein Mann versucht hat seine Frau wirklich zu töten abzustechen.
00:10:12: Und ich bin überhaupt kein Held!
00:10:14: Ich bin überhaupt nicht mutig aber meine Aktion war das ich einfach stehengeblieben bin und Gott sei Dank ist eine Frau so hilfe gekommen von der anderen Seite Die hat dann den Herrn weggezehrt und gute Dank ist im selben Augenblick ein Rettungswagen gestehen geblieben, ohne dass wir ihn gerufen haben.
00:10:31: Schicksal?
00:10:32: Schicksalklücksegen!
00:10:34: Meine Aufgabe war dann die Polizei zu alarmieren und ich habe noch nie so heftig auf der Polizei gewartet wie in diesem Augenblick.
00:10:43: Das macht auch etwas mit einem.
00:10:44: so eine Situation oder?
00:10:45: Genau,
00:10:45: die wurde bei der Gerichtsverhandlung dabei als Zeuge Und der Angeklagte ist dann vor dem ganzen Publikum zu mir gekommen, hat sich von mir zur Boden geworfen und hat mich um Verzeihung gebeten.
00:10:59: Ich habe gesagt, er muss seine Frau an Verzeiherungen beten.
00:11:01: Bitte!
00:11:02: Also ungemein dramatisch.
00:11:04: Aber ich bin definitiv kein Held.
00:11:07: Sondern Angsthasen in vielen Situationen.
00:11:10: Du hast es so witzig gefunden... Aber
00:11:11: in der richtigen dann doch zur Stelle?
00:11:14: Ja.
00:11:15: Danke.
00:11:16: Kommen wir nochmal zur Kirche.
00:11:18: Die ist ja ein sehr Erwürdiges System.
00:11:20: Welche Ansichten und Meinungen müssten sich denn deiner Meinung nach vielleicht doch ändern?
00:11:25: Was müsste vielleicht modernisiert werden, auch um mit der Zeit zu gehen?
00:11:30: Ja wer immer nur mit der zeit geht, geht mit derzeit.
00:11:34: Es braucht auch die Verankerung in Werten wie wir schon angesprochen haben In der Tradition.
00:11:39: Die Kirche wird nicht heute erfunden sie ist zweitausend Jahre alt.
00:11:42: Und gerade in einer schnell lebenden Zeit braucht es auch Beständigkeit Und die Kunst ist diese Beständigkeit zu verbinden mit dem aktuellen, was gerade dran ist.
00:11:52: Also es braucht auch Wander!
00:11:54: Es braucht Tradition und es braucht Innovation.
00:11:57: Also da bin ich mit dem Wiener Erzbischof ganz einer Meinung in der Frauenfrage haben wir Nachholbedarf – in der Gleichberechtigung, der Geschlechter zum Beispiel.
00:12:05: Wir haben auch nachholbedarfe in einer gesunden Missionärung.
00:12:09: wieder zum Evangelium zurückzukommen.
00:12:11: also für mich gehören beide Pole immer zusammen.
00:12:15: Würde das heißen, man müsste noch viel mehr rausgehen.
00:12:18: zu den Menschen?
00:12:19: Ich habe vor kurzem das Bild gebraucht.
00:12:21: Aus dem Fenster hinaus lehnen kann sich nur der, der fest am Bogen steht.
00:12:26: Also diese Verankerung braucht es und dass ihn ausgehen.
00:12:30: Nur hinausgehen alleine ist so wenig und nur Verankern vermündet manchmal im Fundamentalismus.
00:12:37: Da geht's auch wieder die Balance zu halten.
00:12:40: Es gibt ja immer wieder sehr viele Kirchenaustritte.
00:12:43: Führst du da auch Gespräche mit Menschen, die vielleicht hadern und zweifeln?
00:12:47: Und kannst du sie zum Bleiben überzeugen?
00:12:50: Es gibt verschiedene Gründe für den Kirchenrausdritt.
00:12:53: Oft sind sie finanzieller Natur.
00:12:55: Ich verstehe auch beim Menschen gewisse Zeit keine Leistungen in Anspruch nehmen, dass sie fragen wozu bin ich dabei.
00:13:02: Muss aber zugleich sagen jeder Kirchenausdritt tut weh!
00:13:06: und man nimmt damit dem grüßlichen Glauben auch die institutionelle Stärke, weil gezählt werden letztlich die Mitglieder nicht die Glaubenshaltungen.
00:13:15: Und es ist zu wenig nur über das Erstarke in anderen Religionen zu schimpfen – man muss auch der eigene stärken!
00:13:21: Und da danke ich wirklich allen, die treueren Kirchenbeitrag zahlen.
00:13:25: Gespräche ergeben sich manchmal aber oft wird man vor vollendete Tatsachen gestellt.
00:13:31: Manche revidieren noch ihren Austritt….
00:13:35: Eine Mitteilung bekommen jemals, dass meiner Pfarrer den Austritt revidiert.
00:13:39: Man bekommt ein Schreiben des Bischofs und eine gewisse Zahl revidieren dann auch ihre Entscheidung.
00:13:45: Muss man denn in die Kirche gehen um zu glauben?
00:13:49: Muss man nicht!
00:13:50: Aber längerfristig braucht man Gemeinschaft, um gläubig zu bleiben.
00:13:54: Dazu gibt es die Versammlung der Kirche.
00:13:57: Wir haben ja schon über die Verbindung zwischen der Kirch, der Tradition und der Moderne gesprochen.
00:14:02: Ist das Forum Humanismus solch eine Form, wo das diskutiert werden soll auch?
00:14:08: Das Forum Humanismus ist eine Plattform, wo wir über aktuelle Zeitthemen diskutieren.
00:14:14: Auf breiter Basis mit verschiedenen Ansätzen und ich denke mir, es steht einem Stift wie Billerin Gut an dann das Forum für Humanismus zu beherbergen und Wir hatten wirklich und haben sehr schöne Abende und Gespräche kann nur einladen dazu.
00:14:30: Du bist ja nicht nur der Gastgeber, sondern auch im Verein, der stellvertretende Vereinsobmann.
00:14:35: Ist dir das auch wichtig, dass du das auch vorantreibst?
00:14:38: Mir ist es sehr wichtig diese Gesprächsmöglichkeit mit der Gesellschaft und mit der Öffentlichkeit zu pflegen
00:14:44: Weil da kommen ja alle also sind alle eingeladen.
00:14:46: Nicht jetzt nur jemand aus Willering oder jemand der gläubig ist Aus der Wirtschaftspolitik Kunst und Kultur.
00:14:54: Alle sind willkommen.
00:14:55: Der Dialog ist etwas vom Allerwichtigsten in der Gesellschaft über alle Gruppen und Grenzen Religionszugehörigkeit noch politischen Meinungen hinweg.
00:15:03: Wir müssen vielmehr eine Kultur des Dialoges pflegen und eigene andere Standpunkte auch respektieren.
00:15:10: Bist du auch viel unterwegs in deinem Umfeld, in deiner Umgebung?
00:15:14: In Oberösterreich oder auch international?
00:15:17: Ich bin sehr viel unterwegs alleine schon durch den Orden.
00:15:20: wir sind ein internationale Orden.
00:15:22: ich bin heuer im Herbst wieder eine Woche in Rom wo Sie Mitglieder aus der ganzen Welt treffen.
00:15:28: Alle fünf Jahre treffen sich alle Äppte und Epdisszinnen, das sind ca.
00:15:32: hundert an der Zahl.
00:15:33: also wir sehen den vier Kontinenten vertreten.
00:15:36: interessanterweise die größte Gruppe ist in Vietnam also die größste Ordensgruppe ist momentan in Vietnam, in Asien.
00:15:45: Das ist spannend?
00:15:46: Ja
00:15:46: spannend sie sind sehr so kontemplativer veranlagt auch die buddhistischen Größe.
00:15:51: dort gehen über nicht nur die katholischen.
00:15:54: Bei deinen Reisen, aber auch im täglichen Leben begegnest du ja vielen Menschen.
00:15:58: Gibt es so eine Begegnung die du niemals vergessen wirst oder auch die dich sehr beeindruckt hat?
00:16:06: Es gibt immer wieder Begegnungen.
00:16:08: Jede Begehnung ist eigentlich einzigartig und also ich bin immer wieder erstaunt über moralische Grundhaltungen von Menschen, die mit der Kirche wenig zu tun haben.
00:16:19: gerade was bei Haftigkeit anlangt
00:16:21: z.B.,
00:16:21: da kann ich mich ein paar Begegenungen erinnern Da könnten wir uns eine Scheibe oft abschneiden von diesen Menschen.
00:16:28: Hast du auch den Papst schon getroffen?
00:16:30: Den jetzigen habe ich nicht getroffen, aber Franz-Papst Franziskus habe ich getroffen.
00:16:35: Bei einem dieser internationalen Treffen durfte ich ihm kurz die Hand schütteln und ich hab das Gefühl gehabt er war ganz präsent in diesem Augenblick.
00:16:43: Und mit Papst Johannes Paul im zweiten habe ich schon Mittag gegessen.
00:16:46: Anlässlich eines Österreich Besuches bin ich ausgelost worden, da bin ich in Maria Zell ihm am Tisch gegenüber zu sitzen und wir haben uns locker auf Deutsch unterhalten.
00:16:58: Und den neuen Papst, wann wirst du den treffen?
00:17:00: oder ist der Erplanung?
00:17:00: Vermutlich
00:17:01: heuer im Herbst.
00:17:02: dann weil ich bei dieser Verhandlung bin aber man darf sich das nicht so vorstellen dass man dann mit ihm gleich spricht.
00:17:09: es kann sein bei einer Generalaudienz wahrscheinlich.
00:17:12: Du hast viele Aufgaben bist viel unterwegs Hast du Hoppys?
00:17:16: Also ich laufe gerne.
00:17:18: Das ist für mich wirklich die Gelegenheit runterzukommen gestern zum Beispiel wieder.
00:17:24: Ich reise gerne, ich bin ja auch ein Febbel für Sprachen also ich praktiziere gerne ein bisschen Spanisch oder Italienisch oder Französisch hoch mir so YouTube-Videos an und übersetzt dann oder... Also das sind für mich so Abendbeschäftigungen.
00:17:40: Lernst du aktuell auch etwas Neues?
00:17:43: Immer wieder jeden Tag!
00:17:44: Also ich lerne jeden Tag was neues, ich habe mir z.B.
00:17:47: ein neues Filmschneideprogramm Da angelodet, ich habe früher mit Schülern sehr viel Filme produziert und hab jetzt auch wieder ein YouTube-Kanal begonnen, wo schon über hundert Videos drauf sind.
00:17:58: Und was geht's da?
00:17:59: Das sind geschickliche Videos aber auch aktuelle Predigten zum Beispiel werden veröffentlicht.
00:18:03: Ich hab da wirklich so einen fixen Kreis von Leuten, die sich sehr freuen darüber.
00:18:08: D.h.,
00:18:09: du arbeitest auch in der Schule?
00:18:11: Ich bin nicht Lehrer, aber ich bin Schulerhalter... ...und dann auch... ...mit unseren Schülernen will er regnen Die schauen sich auch oft gerne an.
00:18:19: diese YouTube-Videos sind, wo ich erstaunt bin.
00:18:21: Ich denke mal sie sind doch völlig fahrt für euch so, prädigt eines Abtes und so hört es.
00:18:27: Wir hochen das gerne.
00:18:29: Ja.
00:18:29: Instagram, Facebook natürlich auch.
00:18:32: Mein Büro tag beginnt als ich auf Facebook allen zum Geburtstag gratuliere.
00:18:37: Das heißt du bist Social Media-Affin?
00:18:38: Ja bis hin ja kann man sagen.
00:18:40: Auf allen Plattformen vertreten und postest...
00:18:42: Auf allem kann man nichts sagen.
00:18:43: also Instagram und Facebook und Youtube.
00:18:47: Hast du Vorbilder?
00:18:48: Ja, auch in der eigenen Gemeinschaft.
00:18:51: Also mein unmittelbarer Vorgänger im Abtamt ist so ein Vorbild für mich vor allem seine Ausdauer und seine Gerassenheit.
00:18:59: also das ist für mich wirklich ein ganz großes Vorbild.
00:19:02: Woran glaubst Du?
00:19:05: Also ich glaube an Gott Ich glaube an den christlichen Gott Und bin immer noch mehr dabei mich in dieses dreifaltige Liebesgeheimnis zu vertiefen.
00:19:16: bin noch nicht am Ende.
00:19:18: Beschäftig mich jeden Tag mit der Heiligen Schrift, das ist für mich wirklich so.
00:19:22: in der Früh eineinhalb Stunden haben wir Zeit zur Meditation zum Gebet und diese tägliche Beschäftigung mit der Heiligen Schrifft ist für mir wirklich eine
00:19:31: Quelle.".
00:19:32: Das heißt du liest?
00:19:33: Ich lese die Bibel und wir lesen sie uns auch gegenseitig vor.
00:19:37: also dies ist eine Mischung von Gemeinschaft und allein, die Mischungen von Stille und laut.
00:19:43: Und philosophiert man dann darüber, spricht darüber?
00:19:46: Tauscht sich aus oder...?
00:19:47: Man
00:19:47: tauscht auch ausgelegenlich drüber.
00:19:49: Das ergibt sich oft spontan.
00:19:51: Glaube braucht auch Zeugnis.
00:19:54: Sonst verkümmer da!
00:19:56: Hast du ein Lebensmotto?
00:19:58: Pfff... immer wieder ein anderes.
00:20:01: Also sehr schön finde ich so diese Zusammenfaßung der Regel des Heiligen Benedikt.
00:20:06: Ora et laborer et lege auf Deutsch bete und arbeite und liess.
00:20:12: Und da frage ich dann die Firmengruppen, was glaubt sie, was das Wichtigste Wort ist?
00:20:16: Ja.
00:20:17: Natürlich, wenn eine Arbeit fragt, muss es immer das Beten sein.
00:20:20: Zogel nein!
00:20:21: Die Arbeit Nein!
00:20:22: Lesen!
00:20:22: Nein!
00:20:23: Was bleibt dann übrig?
00:20:25: Was bleibt übrig für Wort?
00:20:26: Bitte und arbeite und lese das und.
00:20:29: Also das und ist das Wichtigste Wort.
00:20:32: Balance halten Himmel und Erde Gott und Mensch Analog und Digital persönlich und in den Büchern Medien.
00:20:41: Also ich glaube, die Grundaufgabe ist diese gesunde Palaz zu halten.
00:20:46: Du hast auch angesprochen, dass viele Touristen bei euch vorbeikommen?
00:20:50: Ja.
00:20:50: Hältst du dann die Messe und kommen dazu oder können sie dich treffen und sprichst du mit ihnen?
00:20:56: Es kommen nicht nur Touristen, wir haben einen neuen Pilgerweg entwickelt von der Donau zum Moldau.
00:21:02: Was du da beteiligt an deinem Entwicklung?
00:21:04: Hauptsächlich!
00:21:05: Wir verbinden so ein Wilderring mit dem Gloster Hohenfurtwischebrot in Südbäume.
00:21:10: Das ist eine Tochtergründung von Willering.
00:21:13: Im Mittelalter sind die Willeringer manche dorthin aufgebrochen und jetzt haben wir diese alten Wege wieder zu einem billiger Weg zusammengefasst, und verbinden alle Willeringern Pfarrkirchen miteinander.
00:21:25: Hundertdreisig Kilometer, ein Rundweg!
00:21:28: Und bei jeder Kirche gibt es Impulse vom Heiligen Benedikt und vom Heilige Bernhardt.
00:21:33: Ich habe da fünfzehn Begriffe mit G entwickelt, die uns begleiten von gesegnet am Beginn, Benedikt heißt Benediktus der Gesegnete bist gewandelt am Schluss.
00:21:46: Also wir überziehen das Mühvierteln mit einem Fünfzehn-G-Netz nicht nur fünf G sondern fünftzehn G im Powermint.
00:21:53: Bist du denn auch schon gegangen?
00:21:54: Ja wiederholt natürlich!
00:21:56: Alles Wiederholt ja und viele Gruppen sind momentan schon unterwegs.
00:22:02: Aber
00:22:02: da ist noch ganz neu gleich.
00:22:03: Da ist ganz neu.
00:22:03: Wir haben am neunzehnten April diesen Weg geöffnet.
00:22:06: Sehr spannend.
00:22:07: Laute ich ein dazu Ein Stück des Weges mit uns und bei uns zu gehen.
00:22:12: Sehr schön, werden wir auf jeden Fall machen!
00:22:14: Du hast auch angesprochen die Wirtschaft?
00:22:16: Du bist für die Wirtschaft zuständig.
00:22:18: Ja.
00:22:18: Sprechen wir von Ländereien, Wäldern oder wie schaut die Wirtschaft bei euch im Kloster aus?
00:22:23: Wilhelm regnet ca.
00:22:24: eine Tausend Sechsehundert Hektar Wald.
00:22:26: Das ist die Grundlage unserer Wirtschaft Und das ist auch unsere Schatzkammer.
00:22:32: Daneben haben wir noch Verbachtungen, Vermietungen Und das sind eigentlich unsere zwei Haupteinnahmequellen.
00:22:39: Und in Zeiten wie diesen, wo das Geld nicht mehr knapper wird müssen auch die Klöster schauen, wie sie gut wirtschaften können.
00:22:44: Das ist gar nicht so einfach!
00:22:46: Und auch ein großes Kloster muss ja auch erhalten werden?
00:22:49: Natürlich!
00:22:50: Wir haben viele Ausgaben für die Schule... Die Eltern zahlen zwar Schulgeld aber dass es nur für das normale der Alltagsgeschäft Renovierungen ausbauten müssen von uns beglichen werden.
00:23:02: Kirchenrenovierung kostet gleich einmal drei, vierhunderttausend Euro.
00:23:06: Wie viele Messen im Jahr hältst du?
00:23:08: Kann man das ungefähr so
00:23:10: schätzen?
00:23:10: Also als Priester versuche ich jeden Tag eine Messe zu halten.
00:23:14: Das gehört bei uns zur Spiritualität dazu und an Sonntagen bis zu drei.
00:23:19: Am Tag!
00:23:20: Am Tag ja.
00:23:21: Immer in Willeringe.
00:23:22: Nein nein nein, ich bin ja Pfarrer von Rodel Donau-Sankt Anna.
00:23:27: Wir haben eine Veränderung in der Kirche.
00:23:29: Neun bisherige Pfarre sind zu einer Pfarre zusammengefasst worden Und ich bin mit zwei anderen Personen in der Leitung dieser Pfarre.
00:23:37: Und Ture von Kirche zu Kirche, das ist ein Tourismus und zu den Hochfesten bin ich immer im Willering am Seno antreffbar.
00:23:45: Pfingsten, Weihnachten, Ostern usw.
00:23:49: Und sonst unterwegs!
00:23:50: Zum Abschluss wo siehst du denn die Kirche aber auch das Thema Religion in den kommenden Jahren?
00:23:57: Werden wir uns wieder mehr besinnen bei allem eben was wir schon angesprochen haben was auch los ist in der Welt Oder werden wir uns vielleicht doch noch ein bisschen weiter von Gott entfernen?
00:24:06: Meine persönliche Meinung ist, dass Religion und das Spezielle der Christlichen Glaube Zukunft haben.
00:24:13: Das ist wesentlich!
00:24:14: Wir glauben auch an den zukünftigen, die auf uns zukommen.
00:24:18: Selbst wenn wir sehr klein beisammen sind – wir schrumpfen auch momentan noch – hat die Kirche trotzdem Zukunft.
00:24:24: Und sie wird sich wieder auf das Wesentliche besinnen müssen.
00:24:27: eben, Da sind die wesentlichen Aufgaben.
00:24:34: Und da werden wir immer Verbündete finden.
00:24:37: Ab Dreinholtessel, ich danke für das Gespräch und alles Gute!
00:24:40: Dankeschön auch Ihnen!
00:24:41: Alles Gute unseren Zuhörern.
00:24:43: uns hören viel Segen!
00:24:47: Hat Ihnen
00:24:48: unsere Sendung gefallen?
00:24:50: Dann hinterlassen Sie uns doch bitte eine fünf Sterne Bewertung.
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