Paul Reinthaler: Zwischen Rettungsdienst und Menschlichkeit
Shownotes
In dieser Folge von OÖ Ungefiltert steht Paul Reinthaler im Mittelpunkt, Bezirksgeschäftsleiter und Bezirksrettungskommandant des Roten Kreuzes Linz-Stadt und Linz-Land. Seit über drei Jahrzehnten prägt er eine der größten Rotkreuz-Bezirksstellen Österreichs und berichtet aus erster Hand, was es bedeutet, das Leben zahlloser Menschen aktiv zu gestalten. Paul Reinthaler schildert eindrucksvoll, wie vielseitig das Rote Kreuz tatsächlich agiert – vom Rettungsdienst über die Katastrophenhilfe bis zu Bildungsinitiativen und Armutsbekämpfung. Besonders aufschlussreich sind seine Einblicke in die Führung einer Organisation, die zu über 90 Prozent auf freiwilliger Basis agiert. Warum sieht Paul Reinthaler diese Freiwilligkeit sowohl als Herausforderung wie als unvergleichliche Stärke? Und wie bringt er tagtäglich ein Team von dreieinhalbtausend Menschen zusammen, die sich für den sozialen Zusammenhalt engagieren? Er spricht offen über die Belastungen des Jobs, persönliche Zweifel und Krisen sowie darüber, wie die intensiven Erfahrungen der Corona-Pandemie oder der Flüchtlingshilfe prägen und verändern. Auch das Thema Bildung liegt ihm am Herzen: Mit Leidenschaft berichtet Paul Reinthaler, wie Projekte wie das Lesecoach-Programm oder die Lerninsel Kindern neue Perspektiven eröffnen und warum Bildung für gesellschaftliche Teilhabe so zentral ist. Wer sich einen ungeschönten, inspirierenden Blick hinter die Kulissen des Roten Kreuzes und in das Denken eines außergewöhnlichen Menschenführers gönnen möchte, sollte diesen Podcast nicht verpassen. Jetzt unter https://ooe-ungefiltert.podigee.io/ für alle gängigen Podcast-Plattformen abonnieren!
Transkript anzeigen
00:00:01: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Obe Österreich ungefiltert.
00:00:06: Der Podcast der Persönlichkeiten aus Oberösterreich vor den Vorhandel.
00:00:11: Mein Name ist Hannes K. Willkommen zu einer neun Folge unseres Podcasts, Obe Austria Ungefiltered.
00:00:27: heute zu Gast Paul Rheinthaler Bezirksgeschäftsleiter und BezIRKS Rettungskommandant des roten Kreuzes Lindstadt und Glinsland.
00:00:37: seit Also seit über vierunddreißig Jahren leitet er eine der größten Rotkreuz-Bezirksstellen Österreichs.
00:00:46: Er hat Krisen gemeistert, Flüchtlinge betreut die mobile Pflege organisiert und Bildungsinitiativen wie das Lesekrotchprogramm vorangetrieben.
00:00:56: Aber was bedeutet es eigentlich über drei Jahrzehnte lang für das rote Kreuz zu arbeiten?
00:01:02: Wie führt man in Extremsituationen Und was hat ihn all die Jahre motiviert weiterzumachen?
00:01:09: Darüber sprechen wir heute.
00:01:38: Paul?
00:01:39: Hallo, Paul.
00:01:40: Ich bin der Hannes.
00:01:41: Paul!
00:01:42: Meine erste Frage.
00:01:43: Wie erklärst du einem Kind, was du beruflich machst?
00:01:47: Jedes Kind kennt das bedeutendste Zeichen des Rote Kreuz auf weißem Grund und ich bin für dieses rote Kreuze auf weißen Grund in Linz zuständig – für alles, was das Rote Kreuz macht.
00:02:02: Okay… Das hört sich noch mehr als Rettungsdiensthauen oder Rettungspfaden an.
00:02:08: Was macht das Rotkreuz genau?
00:02:10: Ja natürlich, man verbindet ja mit dem roten Kreuz vorwiegend Rettungsdienst oder auch Katastrophenhilfe vielleicht noch Blutspende.
00:02:17: Aber wir agieren weiter rüber hinaus zum Beispiel mit Bildungsaufträgen.
00:02:22: Wir bilden die Bevölkerung in erster Hilfe aus und wir haben soziale Dienste, Rotkreuzzmärkte also Armutbekämpfungen jeder Hinsicht und eine unserer Hauptzeilen ist es Jugendrotkreuz dass gesetzlich verankert ist und mit einem Bildungsauftrag versehen ist.
00:02:39: Also ja, das Rote Kreuz ist extrem vielschichtig in Österreich aktiv.
00:02:44: Mhm!
00:02:45: Du machst es jetzt seit vierunddreißig Jahren?
00:02:48: Aber womit hast du dein erstes Geld
00:02:50: verdient?!
00:02:51: Also ich hab mein erstes Gelb im Roten Kreuz verdient.
00:02:54: Ich bin nach dem Studium... ...neinzehn-einerneunzig angestellt worden als Disponent.
00:02:59: So ist das Fachwort also in einer Großraumleitstelle in Linz und habe fünf Jahre als Disposentas.
00:03:05: Dispatcher gearbeitet.
00:03:07: Das ist dein... Du, der erste Tag war vor thirty-four Jahren beim Roten Kreuz?
00:03:12: Sein erster Arbeitstag war vor forty-four Jahre beim Rotem Kreuz.
00:03:15: Genau so ist es!
00:03:17: Und immer glücklich gewesen.
00:03:19: Ja schon, ich habe mit dem Studium natürlich eine andere Berufsrichtung geplant gehabt.
00:03:25: Es hat sich dann zerschlagen und ich bin in die Organisation gekommen, in der ich schon freiwillig war und ich hab gewusst das ist meine Heimat und da bin ich geblieben weil einfach zutiefst überzeugt bin von dieser Organisation und ihrem Auftrag.
00:03:42: War das der Zufall, dass du dorthin gekommen bist zum Hothenkreiz?
00:03:45: Oder war es irgendwie geplant?
00:03:46: Nein, nein!
00:03:47: Das war ein ZufAll.
00:03:48: Ich habe in Linz Theologie studiert und wir waren – also das ist eine Geschichte – als Theologen immer bei den Hochämtern im Dom anwesend und haben dort das ceremoniell begleitet Und ich war der Zeremonier, habe mich daher sehr oft auch in der Sakristai während der Hochmesse aufgehalten und da gab es beim Damaling Bischof Zauner immer einen Ambulanzdienst.
00:04:12: Weil Bischoff Zaunern schon sehr fortgeschritten war im Alter und gebrechlich!
00:04:16: Und diese beiden Sanitäter haben einfach sehr viel mit mir gekriegt in der In-der-Sakristai... ...und irgendwann hat einer von den zwei gesagt, du war das nichts für die, komm zu uns, du kannst dir so gut reden!
00:04:29: Also vom Theologie Studium direkt zum Roten Kreuz.
00:04:33: Wenn man in so einer Organisation, solange es ist, dann kennt man auch die Dinge, die nicht so gut funktionieren.
00:04:41: Was hättest du gerne erfunden um das ein bisschen auszuräumen?
00:04:46: Dinge die bei uns nicht gut funktioniern!
00:04:49: Oder was hättetest du gern erfunden dass es noch besser funktioniert?
00:04:53: Schlankere Hierarchien und Abläufe.
00:04:56: wir sind zwar gut organisiert Aber so wie in vielen Vereinen, wir sind ja rechtlich ein Verein ist unser Leben oft etwas komplex im Beruf.
00:05:06: Manchmal etwas stark strukturiert.
00:05:10: aber ich sehe jetzt keine großen Veränderungswünsche.
00:05:12: Ein großes Problem mit Roten Kreuz ist die ständige Abhängigkeit von Spendern oder von Subventionen und dort einen leichteren Zugang zu Subventioner zu kriegen das wäre ein echter Ansatz.
00:05:28: Personen oder welche Personen haben deinen Werdegang geprägt?
00:05:34: Also das war dieser eine Sanitäter, er lebt ja noch.
00:05:37: Was hat sie in euren Kontakt?
00:05:39: Ja aber ganz ganz locker, er ist ja fünfzehn Jahre älter als ich da bin, die Grundsteiner man darf den Namen sagen und der Kollege ist leider schon verstorben.
00:05:49: Das war für mich ein wichtiger Person Eine zweite Person im Alltag, wir kommen aus dem Innenviertel Und dort habe ich einen Lehrmeister im Rettungsdienst gehabt, mit dem ich noch in Kontakt bin regelmäßig.
00:06:02: Ich war gerade vierzehn Wochenende beim Kalle und seiner Frau.
00:06:05: Die haben mich in den ersten Jahren Rotteskreuz einfach begleitet und bei denen habe die Haltung gelernt!
00:06:13: Mein Zwillingsbruder ist auch beim Roten Kreuz.
00:06:15: Wir sind also zu zweit in diese große Organisation gegangen.
00:06:19: Also diese Leute haben deinen Wernegang geprägt?
00:06:22: Zu Beginn genau.
00:06:23: Deinen beruflichen Werdegang und deinen sonstigen Werdengang, also wie bist du zu dem worden der du heute bist?
00:06:30: Wer hat die Dornmeisten geprägt?
00:06:33: Die Grundprägung das ist ja dann auch.
00:06:35: unser Thema war ganz massiv.
00:06:37: Die Familie bin in der Schweiz geboren und adoptiert wurden ins Infirter und habe dort eine unglaublich glückliche Kindheit gehabt mit Eltern, die einen guten Bildungsstand gehabt haben die uns alles ermöglicht haben, die uns ins Gymnasium schicken können.
00:06:54: Also es war vor allem die familiäre Prägung durch Eltern und Großeltern.
00:06:58: Die haben das aus mir gemacht.
00:07:00: Vor allem auch die humanitäre Gesinnung mir eingepflanzt, die bis heute sehr stabil geblieben ist.
00:07:07: Was lernst du gerade?
00:07:09: Momentan beschäftige ich mich und befasse sich mit viel Führung.
00:07:13: Das ist ja mein Job und meine Aufgabe aber... Ich gebe dieses Wissen weiter, also bin als Lehrkraft und Trainer im Roten Kreuz auch tätig.
00:07:22: Einerseits Führung im Bereich Leadership Management aber auch Führungen im Einsatz in Großeinsatz.
00:07:30: damit beschäftige ich mich.
00:07:31: dazu liese derzeit sehr viel und damit ist mein Hauptthema beschrieben.
00:07:37: Wenn man so viel lernt von wem lernst du da?
00:07:40: Ich habe meinem Leben immer ganz große Lehrmeister gehabt.
00:07:44: Der Erste war in dem Jahr nineteen sieben und neunzig.
00:07:46: Mein, wie ich ihn heute nenne, mein Trainer-Vater Johannes Grünwald hat mich zum Fachentverhaltenstrainer ausgebildet und bis heute erlebenlang begleitet die Vorregelmässig zu ihm Besuche noch und kriegt von ihm eine Ort Coaching.
00:08:07: Das war also einer meiner ganz großen Lehrmeister und ist es bis heute.
00:08:11: Und dann habe ich noch Lehrmeisters aus dem internationalen Trainerbereich, das sind verschiedene Menschen die auch zu Freunden geworden sind, die mir halt bei vielen verschiedenen Fragen zur Seite gestanden sind.
00:08:24: Aber kannst du auch von Mitarbeitern lernen oder aus Krisen?
00:08:28: Oder von den Menschen, denen geholfen wird?
00:08:30: Also ich glaube...
00:08:30: Ich glaube vom Mitarbeiterlernen, das ergibt sich fast von selber.
00:08:34: Ja wir sind ein eingeschworenes Team, wir sind eine Gemeinschaft.
00:08:38: einer meiner großen Lehrmeisterintern im Roten Kreuz ist mein vorgesetzter Landesgeschäftsleiter weil der einen bewundernswerte Zuversicht ausstreut, weil er eine Haltung hat die ganz dem Leitbild des Rotenkreuzes entspricht Und von ihm habe ich also gerade im Rotenkreuz intern sehr viel gelernt.
00:09:00: Ja, auch Krisen!
00:09:02: Nämlich persönliche Krisen aber tatsächliche Krisene wie etwa die Hilfe für Menschen auf der Flucht oder die Corona-Krise veranlassen uns und mich persönlich intensiv zu lernen.
00:09:14: wir haben aus diesen Krisen große Erkenntnisse gezogen sowohl organisatorisch als auch persönlich.
00:09:22: Du bist Bezirks-Geschäftsleiter und BezIRKS Rettungskommandant.
00:09:26: Das ist ja eine Doppelfunktion!
00:09:28: Was bedeutet das konkret unter, wie sieht so ein typischer Arbeitsalltag aus von dir?
00:09:33: Ja also der grundlegende Joblautdienstvertrag ist Geschäftsleit.
00:09:37: Ich bin für alle Bereiche, für alle Säulen im Roten Kreuz zuständig.
00:09:42: Jugendarbeit, Blutspendewesen, Katastrophen, Nationale und internationale Katastrophe, Hilfe und Vorsorge, Rettungsdienst... gesunde soziale Dienste und so weiter.
00:09:52: Das habe ich im Bezirk, in meiner Region also im Großraum Linz zu organisieren.
00:09:58: Also mein Job ist eigentlich sehr stark Menschen zu motivieren, das zu tun was im Roten Kreuz getan werden muss und dazu alle Strukturen zur Verfügung zu stellen.
00:10:10: Ich sehe mir in unserem Kernbereich auch als eine Ort Servicestelle für diejenigen die draußen den Job machen.
00:10:20: Du koordinierst der Rettungsdienste die mobile Pflege?
00:10:24: Wir haben mobile Pfleger in Linz gehabt, aber das war nicht.
00:10:28: Das ist ein sogenanntes zentral gesteuerten Bereich, der untersteht mir nicht.
00:10:33: Also du koordinnierst die Rettungstinste, die Katastrophenhilfe, Gesundheits- und Sozialdiensten... Wie behaltet man da den Überblick?
00:10:43: Ich habe für jeden Bereich meine sogenannten Bereichsleiter organisiere ich Büro intern, das heißt wir haben erstens einmal schon Fixsitzungen.
00:10:52: Die kommen regelmäßig zu mir und geben mir ein Upgrade, geben mir Informationen und wir haben Führungsgespräche.
00:11:00: Mein Job sehe immer darin dass sich auch mit den Spartenleitern oder mit den Vertretern der einzelnen Dienststellen so Zielvereinbarungsgespreche mache.
00:11:10: also ich sage immer wohin soll die Reise gehen?
00:11:12: Wohin sollen sie sich entwickeln?
00:11:14: Das ist mein Hauptjob!
00:11:16: Wie schaut es denn aus mit der Vereinbarkeit, Beruf und Familie?
00:11:20: Wie bringst du das unter deinen Hut?
00:11:22: Ja.
00:11:23: Ich bin verheiratet in Trauter Zweisamkeit und wir sind also gut miteinander abgestimmt so dass ich ausreichend Zeit habe möchte aber dazu sagen, ich stehe ja kurz vor der Pension!
00:11:34: Also da wird sich einiges erinnern in wenigen Wochen... Aber ja es hat große Rücksichtnahme gebraucht, ich sage jetzt einmal während Hilfe für Menschen auf der Flucht bin ich ja oft Tag und Nacht nicht anwesend gewesen.
00:11:49: Das heißt, man braucht eine verzeihende Partnerschaft, weil man nie dort
00:11:54: ist?
00:11:55: Ja genau!
00:11:56: Und vielleicht da jemand der – das ist bei mir der Fall selbst sehr Freiheitslieben dies und einfach sein Leben alleine ein Stück weit gestalten kann.
00:12:06: Allerdings ist es mir wichtig.
00:12:08: die Krisen haben mich auch persönlich verändert also durchaus tiefe Spuren jetzt gerade auch nach der Corona-Krise bei mir erlebt und hab grad in der Partnerschaft einiges ändern müssen, damit ich diese lange Zeit der Corona Krise als Führungskraft überstehen kann.
00:12:27: Und trotzdem noch ein Privatleben habe.
00:12:31: Teamarbeit!
00:12:32: Du hast das jetzt gerade zwar drei Mal betont ist dir wichtig.
00:12:35: wie schaut das bei dir konkret aus?
00:12:37: Was machst du?
00:12:38: was macht dein Team?
00:12:40: Wir nennen das ein Bezirkssekretariat.
00:12:43: Ich habe achtzehn Personen bei mir, die die einzelnen Bereiche von Finanzwesen über die sozialen Dienste, über die Ausbildung für erste Hilfe, über Marketing, über Spendenmanagement, Freiwillig-Management abdecken.
00:12:58: Ich koordiniere diese Menschen, ich mache mit einer gemeinsamen Zielfestlegung und bin also einfach verantwortlich für alle dann.
00:13:08: Unser Büro Alltag besteht darin, dass ich jeden Tag durchgehe und frage, was gibt es Neues?
00:13:14: Wie geht's euch?
00:13:15: Gibt es ein besonderes Thema?
00:13:16: Dann haben wir einmal in der Woche einen Stand-up Meeting.
00:13:19: Das ist eine sehr kurze Viertelstunde wo jeder sagt bei mir gibt es momentan das und das Thema oder die so das Problem oder die und die Besonderheit und regelmäßig Bürobesprechungen.
00:13:30: also schon fix und dort stimmen wir uns sehr genau ab.
00:13:35: Was sind die größte Herausforderung in deiner Position?
00:13:39: Ja, ich lasse jetzt bewusst denn das finanzielle ein wenig zur Seite.
00:13:44: Das Rote Kreuz ist eine Freiwilligen-Organisation.
00:13:47: Das heißt, neunzig Prozent unserer Mitarbeiter und die haben fast dreieinhalb Tausend tun das was sie tun in ihrer Freizeit also freiwillig!
00:13:58: Das sind keine Angestöden, denen kann ich nicht einfach anschaffen weil die sagen sonst... mag ich nicht,
00:14:04: aber das
00:14:05: ist herausfordernd unglaublich spannend auch solche Menschen zu motivieren.
00:14:08: Das ist ja mein Job.
00:14:10: dann haben wir beruflich angestellt.
00:14:12: es ist eine kleine Gruppe aber das is die feste Säule des Roten Kreuzes und die Zivildiener als.
00:14:18: Ich hab's mit ganz verschiedenen nicht nur persönlich verschiedene sondern mit verschiedenen Arten von Mitarbeitern zu tun.
00:14:26: Und das ist herausfordernd weil führen Nicht nur in Form des an Schaffens oder des Anleitens geschehen kann.
00:14:37: Genaue Gegenteil ist der Fall.
00:14:40: Fühlst du die manchmal allein gelassen vom Staat, dass man Organisationen aufbauen, leiten und führen muss mit eigentlich nur Freiwilligen?
00:14:50: Denn
00:14:51: z.B.,
00:14:52: es gibt ja andere Blaulichtorganisationen wo das nicht der Fall ist.
00:14:56: Die Polizei zum Beispiel, da haben wir noch nie einen freiwilligen gesehen Unterstützung geholfen hat.
00:15:02: Ja,
00:15:03: ich habe manchmal beneidigt diese Organisationen weil sie haben einfach die angestöten.
00:15:08: Sie haben immer eine gut planbare Personalkraft.
00:15:12: aber die große Stärke des Roten Kreuzes liegt ja geradezu in seiner Freiwilligkeit.
00:15:17: Aber ist das nicht auch die größte Schwäche?
00:15:20: Ich würde es nicht als schwäche bezeichnen Herausforderung Es ist eine Herausforderung.
00:15:24: Ich gebe ein Beispiel Am Beginn der Corona-Hilfe für Menschen auf der Flucht, das war sie.
00:15:30: bis heute Anfang September ruft uns die Stadt Linz in die damalige Tabakfabrik und man kündigt uns an es kommen mit Bussen Menschen, die wir versorgen sollen.
00:15:43: Wir fahren hin, schauen uns das an.
00:15:45: wann kommen diese Menschen?
00:15:47: wie viel Zeit haben wir?
00:15:48: Wie viele Wochen?
00:15:49: Die kommen morgen also einen Tag Und jetzt muss die Organisation funktionieren und ich sagst dir wirklich, du drückst bei den Freiwilligen auf den Knopf.
00:15:58: Du alarmierst und sie sind da!
00:16:00: Das Problem ist dann noch zwei drei Wochen also das Durchhalten.
00:16:05: Die Leute haben alle einen Job, die müssen in ihren Beruf zurück.
00:16:08: aber ich kann diese Schlagkraft des Anfangs nützen um dann weitere Strukturen aufzubauen aber gleichzeitig die bestehen Aufgaben bewältigen.
00:16:17: das machen nämlich dann die beruflichen.
00:16:19: Also ich sehe es als stärke Aber als enorme Herausforderung und ich wiederhole mich, manchmal beneide ich die, die nur Angestütte haben.
00:16:28: Wie oft zweifelst du?
00:16:31: Fast jeden Tag!
00:16:33: Das können ganz kleine Dinge sein das können große thematische Sorgen sein.
00:16:40: zum Beispiel jetzt gerade leiden wir unter massivem Zivildienermandeln.
00:16:45: es können aber diese dieser Ausfall an Zivilinusäda, wer berufliches Personal?
00:16:51: dieser Ausfall kann nicht einfach kompensiert werden und das lässt mich zweifeln daran dass wir da die richtigen Strukturen haben.
00:16:59: Also solche Dinge passieren und sie passieren sehr häufig.
00:17:02: Ja ich zweifele sehe aber den Zweifel als guten Motor neue Dinge neu Ideen zu entwickeln.
00:17:10: in Zweifeln gehe immer zum Menschen und red mit denen.
00:17:14: Das ist mein Rezept dagegen!
00:17:16: Ich trock an Zweifelen mit mir auch
00:17:19: aus Du hast das gerade vorher angesprochen, Einsatzleiter bei großen Einsätzen in Oberösterreich.
00:17:27: Welcher Einsatz ist dir der meisten in Erinnerung geblieben?
00:17:31: Also mit Sicherheit, wenn man von den grossen Katastropheneinsätzen redet Menschen auf der Flucht, und da beginnt der Corona-Krise wie der Kanzler gesagt hat wir müssen das öffentliche Leben in Österreich niederfahren Und dann kam das rote Kreuz natürlich in den Vordergrund.
00:17:49: Wir mussten eine Unmenge an organisatorischen Dingen machen, nämlich solche die wir nicht regelmäßig machen, nicht regelmässig beüben werden.
00:17:58: Vieles neu ertacht uns bei den Kollegen in anderen Landesverbänden abgeschaut und dasselbe war beim Menschen auf der Flucht.
00:18:06: Das haben noch nie einen derartigen Einsatz erlebt wie Menschen auf Der Flucht.
00:18:12: es gab's bei uns in dieser Form nicht Und das hat mir auch sehr, sehr berührt.
00:18:16: Also zu sehen wie diese Menschen damals mit Nichts, mit Neulandsackel und den Schlafen am Baunaufwand kommen... ...und wir haben für sie ein Transitquartier organisiert gehabt für täglich an die tausend Menschen in Linz.
00:18:29: Das sind Einsätze.
00:18:31: Diese beiden erinnere ich mich ja am intensivsten, am stärksten.
00:18:34: Die haben mal die tiefsten Spulen hinterlassen.
00:18:37: Mhm.
00:18:39: Habt ihr bei diesen Einsätzen jetzt im Nachhinein alles richtig gemacht oder?
00:18:44: Hättet ihr noch Dinge verbessern können?
00:18:45: Ja, ja.
00:18:46: Wird das niedergeschrieben für eventuelle weitere Suchereinsätze?
00:18:52: Genau!
00:18:54: Geht es dir doch nicht ein
00:18:54: bisschen weiter.
00:18:55: du sagst Du bist in einer paar Wochen im Pension.
00:18:57: Das wird wahrscheinlich einen Nachfolger geben.
00:19:02: Ist der gebrieft?
00:19:04: Warst er was zu tun hat wenn so etwas nochmal passiert?
00:19:07: Da sind wir wieder gut.
00:19:08: Wir haben damals und das ist in beiden Krisen so gewesen die ich genannt habe Wir haben ein gutes Stück weit einen Blindflug gemacht.
00:19:16: Wir wussten nicht, wie das zu organisieren geht.
00:19:19: Wir haben uns unser Know-how aufbauen und erfragen müssen.
00:19:23: Und im Nachhinein gesehen – ja wir haben viele Fehler gemacht!
00:19:27: Ja wir haben diese Fehler beheuernd evaluiert, wir haben sie niedergeschrieben... Ich kann heute ganz genau sagen was ich tun würde….
00:19:36: Wann so eine Situation wieder auf uns zukommt?
00:19:40: Dieses Wissen bleibt erhalten, es ist verschriftlich und mein Stellvertreter ist Gott sei Dank derjenige, der schon seit Jahren an meiner Seite ein Stellvertretter ist.
00:19:50: Er ist mein Nachfolger jetzt geworden offiziell und er kennt diese Themen sehr gut.
00:19:57: Was war das schwierigste Moment in deiner Karriere?
00:20:00: Oder kommt er erst mit dem Abschied?
00:20:04: Wie soll ich das wissen?
00:20:06: Also ich habe keine Angst vor dem Abschied, weil der Sortekreuz ist eine freiwillige Organisation und ich bleibe selbstverständlich freiwillig dabei.
00:20:14: Nur wer immer jetzt mein Tätigkeitsfeld sehr gut überlegen und selber entscheiden?
00:20:22: Es hat Momente gegeben die meistens mit Vorgesetzten zu tun hatten, die für mich unangenehm waren die ich heute lieber vergessen will.
00:20:35: Also es hat auch hier Momente gegeben, wo zum Beispiel das nicht so luftleer bleibt, wo ein Vorgesetzter mich zu etwas gezwungen hat was sich einfach für falsch halten habe und was ich nicht wollte.
00:20:47: aber da gab's dann keine Diskussion und das nagt an jemandem und das muss man wieder loswerden.
00:20:55: Woran glaubst du?
00:20:57: Ich glaube an die uneingeschränkte Kraft des Menschen zum Positiven.
00:21:05: Ich habe schon gesagt, ich komme aus der Religion aber vor allem aus der humanistischen Bildung und der Mensch hat eine unglaubliche Kraft sich und anderen Menschen zu helfen und er hat auch den Willen dazu weil keinem Mensch im Grunde genommen nur böses will an diese Kraft glaube und die will ich ständig befeuern.
00:21:26: leider sind die Zeichen der Zeit momentan anders.
00:21:30: wir erleben Schrecken, wir erleben unsichere Zeiten.
00:21:34: Wir haben das Gefühl nicht so wie Shakespeare sein, ich glaube seinem Hamlet sagen lassen der Time is out of joint.
00:21:41: also die Welt scheint aus den Fugen zu geraten.
00:21:45: Das ist das momentane Lebensgefühl und ich sag dann müssen wir mit Humanität, mit humanitären Gedanken, mit der Menschlichkeit, mit Toleranz dagegen halten und an diese Kraft glaube die wird nicht verschwinden.
00:22:00: Was stimmt dich zuversichtlich?
00:22:03: Das Wort Zuversicht gefällt mir, dass du das so fragst.
00:22:06: Weil es ist einer meiner großen Werte auch in meiner Welt.
00:22:11: Ich erinnere mich an deinen Bundespräsidenten der Neuersandssprache von Zuversich gesprochen oder da beim Open Balls auch gefragt wurden und da hat er gesagt wir brauchen Zufersicht und genau so sehr geht es!
00:22:23: Je dunkler die Zeit scheinbar oder tatsächlich ... Stärker muss das rote Kreuz werden, desto stärker muss Zuversicht werden und wir dürfen die Menschen nicht nur schlecht reden.
00:22:35: Wir haben eine enorme Kraft.
00:22:36: was mit zuversichtlich stimmt ist genau diese Einstellung von der ich glaube dass sie in vielen Menschen schlummert.
00:22:43: Ich als Führungskraft muss ihnen nur vorangehen und muss ihnen zeigen dass es funktioniert.
00:22:49: Du engagierst dich für Bildungsinitiativen wie zum Beispiel des Lesekottsprogramms des Jugendrotkreuzes.
00:22:57: Du sagst, Bildung ist der Schlüssel zur Teilhabe am Leben.
00:23:01: Warum ist dir das so wichtig?
00:23:04: Ja... Schau ich selber hab' bin in den Genuss einer Familie gekommen die mir hohe Bildung ermöglicht hat im Gymnasium, im Studium.
00:23:18: Ich weiß was Bildung kann und ich erlebe in unserer Gesellschaft Menschen die massive Defizite aufweisen, das haben diese ersten Schulleistungsstudien der OECD schon gezeigt.
00:23:32: Es gibt Menschen die, ich habe mir das nie vorstellen können als Kinder also am Ende des Pflichtschulalters schlecht lesen können kaum Sinn erfassen, die kennen einzelne Worte oder Buchstaben aneinander rein und lesen aber viel Verständnis was sie lesen Und aus dem heraus kommt eine starke Weiterentwicklung.
00:23:52: Die können dann auch nicht rechnen und können dann nicht ordentlich die Sprache entwickeln.
00:23:56: Und diesen Unterschied, den habe ich so stark erlebt in der Gesellschaft und ich glaube wann das tatsächlich so ist.
00:24:04: Die PISA-Studie war ja im Jahr ein Schockerlebnis, die hatte die Welt wachgerufen und hat eine unglaubliche Wucht mit dieser Zahl geliefert.
00:24:14: Ein Drittel der Kinder im Pflichtschulalter kann nichts hin erfassen lesen.
00:24:19: Das Rüttel muss uns wachrütteln und zwar nicht nur unser rotes Kreuz sondern vor allem auch die Familien.
00:24:25: Die Familien, dass sie sich um ihre Kinder kümmern aber eben auch die Gesellschaft.
00:24:30: Und das rote Kreuz hat ja die Aufgabe in der Gesellschaft zu wirken.
00:24:35: also wir haben den Auftrag so stets im Leitbild Menschen zu helfen und da wiederum denen, die am meisten unsere Hilfe brauchen.
00:24:46: Und wann wir jetzt des Jugenddruckkreuz anschauen als die gesetzlichen Österreich ankerte humanitäre Organisation für Kinder und Jugendliche, dann ist es gefälligst auch unser Job da etwas zu tun.
00:25:00: Ich kann mir nicht wie andere zurücklehnen sagen das muss die Landesregierung machen oder eine Bildungs-Initiative werden von uns unterstützt.
00:25:11: wir unterstützen den Staat in seinen Aufgabe und nur so kann's funktionieren!
00:25:16: Und aus diesem Grundgedanken heraus haben wir gesagt Gut, wir müssen etwas tun.
00:25:23: Und das erste Projekt war nicht genug?
00:25:26: Ich habe jetzt ja ein zweites Projekt gestartet mit dem Namen Lerninsel.
00:25:32: ich kenne dieses Projekt.
00:25:33: es ist unterstützenswert aber erklärs bitte auch den Zuhören.
00:25:38: Ja Das erste Projekt hat gelautet.
00:25:41: wir schicken Menschen freiwillige in die Schulen in die Volksschulen und sie können dort mit Kindern, mit ausgewählten Kindern lesen.
00:25:51: Und dann haben wir gesagt, wir wollen eine Ortleuchtturmprojekt starten.
00:25:56: es ist in Oberösterreich einmalig ich würde nicht sagen schule aber man kann sich analog einem Hort vorstellen.
00:26:04: das heißt wir haben Räume und betreuen dort jeden Nachmittag.
00:26:09: Zweiundzwanzig ausgewellte Kinder die werden von den Schulen, von den Direktorinnen ausgewählt und die betreuen wir jeden Nachmittag.
00:26:17: Und zwar nicht nur beim Lesen, sondern die kriegen zuerst Freizeitunterhaltung, dürfen sich austoben, kriegen er Essen... ...und dann gibt es eine Schul- und Lernenheit!
00:26:26: Das hat eine unglaubliche Intensität.
00:26:30: Wir können die Kinder mit drei zu eins begleiten.
00:26:34: D.h.,
00:26:35: ein Dreikinder auf einen Lesecoach oder eine Lese im Oma, wenn man so, wie wir sagen, Lernbegleiter dazu.
00:26:43: Innerhalb eines, die Kinder kommen das ganze Jahr zu uns müssen auch kommen wenn die Eltern da jetzt zustimmen und der Ort kamen.
00:26:53: Die Ergebnisse sind unwerfend.
00:26:55: also die Verbesserung ist eklatant, es ekelt wann sie mal wer intensiv um die Kinder kümmert denn dann funktioniert das auch.
00:27:02: Es ist eine Organisation die wir gemacht haben mit zweiundzwanzig Kindern.
00:27:07: Wir werden's noch etwas ausweiten.
00:27:09: Ja, es ist nur ein Tropf auf dem heißen Steinerbedarf.
00:27:12: Es ist wesentlich höher!
00:27:13: Aber wir sind ja auch nicht alleine.
00:27:16: Wie gesagt, ich kenne das Projekt.
00:27:19: Ein ganz tolles Projekt, sehr unterstützenswert, lebt oder wird auch mitgetragen von Spenden.
00:27:25: Wer immer etwas hergegeben will, Projekt Lerninser freut sich sehr darüber.
00:27:31: Könntest du Gott eine SMS schicken?
00:27:34: Boss würde da drinnen stehen.
00:27:36: Ich meine, so jetzt führt diese Lerninsel.
00:27:38: oder ganz generell?
00:27:40: Ganz generell.
00:27:41: Aber wenn da zwei SMS am Herzen liegen, dann gern eins ganz generel und eins für die Lern-Insel.
00:27:48: Aber vielleicht decken Sie sie halt!
00:27:49: Ja
00:27:50: ja, erste SMS machen uns das lebendig was du uns in der Bibel mitgegeben hast nämlich Menschen zu lieben ein grundlegende Toleranz, eine grundlegenden Wertschätzung Menschen gegenüberzubringen.
00:28:02: entzündet dass in uns.
00:28:04: Das wäre so ne Botschaft Befeuere uns, entzündete es in uns und lass dunkle Gedanken von Macht- und von Selbstdarstellung erlöschen.
00:28:15: Das geht aber nicht für die Lerninsel?
00:28:17: Nein das war jetzt ganz allgemein!
00:28:20: Schau, die Lernerinsel ist für mich, ich habe gesagt Leuchtturm.
00:28:23: da geht's um Bildung.
00:28:24: wie schön wäre unser Österreich wenn diese Dinge um die wir uns kümmern die Bildungsdefizite nicht oder kaum ausgeprägt werden.
00:28:36: Dann könnten die Kinder problemlos einen Job kriegen, sie könnten sich ausbilden lassen und ihre Familien finanzieren.
00:28:42: Sie könnten zu guten Steuern zahler werden – derzeit laufen sie Gefahr im Netz der Hilfeleistungen stecken zu bleiben und das belastet die gesamte Gesellschaft.
00:28:52: Bitte vervollständige folgenden Satz!
00:28:55: Wenn ich heute sterben würde, wäre das Punktepunkte?
00:29:00: Für mich persönlich ein Übergang in eine andere Welt.
00:29:05: Guck mal nochmal ganz kurz zurück zum roten Kreuz und zur Arbeit.
00:29:09: Was ist für dich stillos in der Arbeit beim Roten Kreu?
00:29:13: oder was wäre für dich?
00:29:15: Stillos?
00:29:19: Stilllos wäre, wenn wir uns selber so verhalten wie wir es in weiten Teilen der Welt und der Gesellschaft erleben.
00:29:32: Stilllos wäre, wenn wir von unseren Grundsätzen abweichen würden.
00:29:38: Stillos wäre, wann wir nicht unser Ziel verfolgen würden.
00:29:44: Unser Ziel ist in einem internationalen Statement gefasst und lautet, wofür sind wir da?
00:30:02: benachteiligt noch der schwachen Menschen verbessern und zwar indem wir Menschlichkeit mobilisieren, das ist ein Begriff aus der Kriegssprache.
00:30:12: Und wenn wir davon abweichen, das halte ich für stillos.
00:30:19: Was bedeutet Menschlichkeit für dich?
00:30:21: Nach vierunddressig Jahren ruht es kurz.
00:30:24: Jeden Menschen und zwar unabhängig ob in Mog oder nicht.
00:30:28: Ich habe genauso Menschen die ich nicht gerne hab Aber jeden Menschen mit Respekt zu begegnen, mit Wertschätzung zu begegnet.
00:30:36: In jedem Menschen einmal grundsätzlich das Gute annehmen.
00:30:40: Manchmal wird man dann schlauer, mag sein!
00:30:42: Aber ich verhalte mir mal grundsätzlich so dass in den Menschen den guten Willen und das Gutes sehr... Und ich kann mit dem Gedanken einfach gut leben und besser vor mich versinken nicht in Angst.
00:30:57: Du hast ihn... Deiner langen Karriere sicherlich viele Dramate für Situationen erleben.
00:31:04: Wie gehst du damit um, wenn du nicht
00:31:07: helfen
00:31:07: kannst?
00:31:10: Ich sage jetzt... ich bringe einen seltsamen Vergleich aus der Marketingwelt.
00:31:14: Wir haben wie wir unser neues Leitbild geschaffen und haben unser Leitbild österreichweit mit allen Mitarbeitern geschaffen.
00:31:23: Und wir haben damals einmal einen Kernsatz formuliert, der hat gelautet alles wird gut und wir sind draufgekommen stopp, stopp.
00:31:31: Stopp das stimmt ja nicht.
00:31:33: es wird nicht alles gut.
00:31:35: Wir können nicht alles lösen und wir kennen auch nicht jeden Menschen helfen.
00:31:39: Ich war viele Jahrzehnte lang im Rettungsdienst.
00:31:42: dort habe ich es leibhaftig erlebt!
00:31:43: Wir können Nicht Jeden Menschen Helfen Und ich habe einen sehr persönlichen Zugang dazu.
00:31:50: zum Beispiel gerade wenn ein Rettungstienst jemand verstorben ist und ich dort nicht helfen konnte Habe ich mich dort immer vor Ort im Geist von diesen Menschen verabschiedet und dann gesagt, tut mir leid.
00:32:01: Ich habe das jetzt nicht helfen können.
00:32:04: Das war mein Zugang!
00:32:05: Und mit dem bin ich irgendwie gut gefahren.
00:32:10: Gibt es Momente an denen du an der Menschheit zweifelst?
00:32:15: Ja schon.
00:32:17: Es sind ja die aktuellen Entwicklungen, die natürlich auch mir so gemacht haben... Es gibt nichts Schlimmeres als Menschen, die Krieg befeuern und betreiben.
00:32:29: zu welchem Zweck?
00:32:30: um Land zu gewinnen.
00:32:31: Und also ich verstehe nicht dass man Krieg fördern kann das man Kriegs ausspricht und nach dem diese dieser langer langer Friedenszeit jetzt Krieg plötzlich so nah an unsere Grenzen herankommt nämlich wirklich ein Krieg mit Waffen.
00:32:50: Das lässt mir teilweise zweifeln, ob die Welt noch so tickt wie sie ticken sollte.
00:32:56: Meistens befeuert von außen diese Gedanken wir müssen da zugreifen, wir müssen stärker werden und uns bewaffnen.
00:33:06: Da bin ich etwas Theologer und sage, dass die Welt nicht auf den Kopf steht oder man es nicht genau anders machen soll.
00:33:12: Was passiert denn wenn wir unser ganzes Geld nur in die Bildung?
00:33:17: und in die Herzensbildung von Menschen stecken.
00:33:19: Das könnte vielleicht anders ausschauen.
00:33:21: Gibt dir das Hoffnung?
00:33:23: Ja, sehr.
00:33:25: Hoffnungen... Ich glaube man soll auch nicht aufgeben.
00:33:28: Wir haben ja gesehen dass nach schlimmsten Zeiten, die ich habe es nicht erlebt aber ich denke jetzt an den großen Kriege, die in Europa stattgefunden haben.
00:33:37: Ich glaube ja, dass man nach den schlimmsten Zeiten wieder zurück ins Leben finden kann.
00:33:44: Aber die Narben, die da bleiben sind groß.
00:33:47: Und enttäuscht bin ich darüber, dass das noch hau!
00:33:51: Was haben wir daraus gelernt?
00:33:54: Dass dies auf einmal verblasst und nix mehr
00:33:58: ist.
00:33:59: Ja, ja...
00:34:01: Drei Dinge, auf die du niemals verzichten möchtest.
00:34:06: Ich kann jetzt banal sagen meine Partnerschaft zum Beispiel.
00:34:10: Aber ich möchte es ein bisschen philosophischer ansetzen.
00:34:12: bewusst.
00:34:13: Ein großer Wert in meinem Leben Autonomie, also Unabhängigkeit.
00:34:18: Ich möchte darauf verzichten dass ich mein Leben selber steuern kann.
00:34:22: Ich bin jetzt fünf oder sechs die Zeit wird kommen.
00:34:25: das macht man ein bisschen belastet mich ein wenig.
00:34:28: Autonomiede auch mit Freiheit zu tun hat freiheit zu gestalten Die Autonomien die auch mit Respekt zu tun haben.
00:34:35: Das wäre so etwas auf der sie nicht verzichten will.
00:34:38: Ich will nicht verzichten Auf Dinge die noch selber tun kann wie zum Beispiel lesen.
00:34:46: Und ich will nicht verzichten auf mein soziales Umfeld.
00:34:51: Aber auch das wird sich verändern, weil es beginnt zu bröckeln und man muss in neue Menschen suchen – das fällt mir jetzt so spontan ein!
00:35:00: Ich habe eine kleine Gemeinschaft zum Beispiel mit Damen, mit denen wir Tarok spielen zu viert jede Woche.
00:35:07: Das würde ja nicht verzieten aber irgendwann werden wir uns nicht mehr erinnern miteinander.
00:35:12: Bist sehr gern selbstständig oder selbst verantwortlich und trotzdem getrieben, immer erreichbar?
00:35:18: Ja.
00:35:19: Wie für Stunden am Tag benutzt du dein Handy?
00:35:22: Das
00:35:23: habe ich mir nie ausgerechnet aber du sagst ja sehr richtig Ich muss ständig erreichbares sein!
00:35:27: Ich bin zwar als Geschäftsleiter angestellt Aber das ist eine Doppelfunktion als Kommandant.
00:35:32: Also ich bin rund um die Uhr erreichbohrt.
00:35:35: Das ist so... selber benützen Keine Ahnung, ich weiß es nicht.
00:35:40: Wer sein ganzes Leben lang bei einer Organisation war, ist zufrieden mit seinem Job.
00:35:45: Dennoch die Frage wenn du für einen Tag einen anderen Job machen könntest?
00:35:50: Welcher wäre das?
00:35:51: Ich habe Theologie studiert.
00:35:53: ich wäre gerne Priester geworden und den Job würde ja nämlich den seelsorglichen Teil würde auch gerne leben.
00:36:01: es gibt entweder Mediziner oder Priester.
00:36:03: das sind so die zwei Berufe wo ich sage Ja da kannst du nahe an den Menschen rankommen Hm.
00:36:11: Hast du jemals daran gedacht, aufzuhören oder eben Priester zu werden?
00:36:15: Nein es war ungekehrt die ich wollte Priester werden und man hat am Ende des Studiums habe dann sehr daran gezweifelt.
00:36:21: das hat theologische Überwerfungen gegeben und Persönliche ich hab's da nicht machen können Und bin zum Rottenkreuz und hab nie das hat's nie gegeben dass ich überlege geh vom Rotten Kreuz weg.
00:36:31: Das war meine Heimat, dort hab' ich mich wohl gefühlt, das war meine ... Meine Wohlfühlorganisation wenn mal so wild.
00:36:39: Nein, hat es nicht gegeben.
00:36:41: Was kann man von dir lernen?
00:36:44: Von mir lernen kannst du wie man Menschen führt und zwar meine ich damit nicht den Managementaufgaben ein Budget machen und Strukturen bringen sondern die persönliche Art des Führers wie begegnest du Menschen?
00:36:59: Es ist halt etwas was sich weitergebe.
00:37:00: tatsächlich das kann man vom mir lernen.
00:37:03: Ich glaube ja diese Diese Strahlkraft, die ich sehe und erlebe, dass sie Menschen bewegen kann.
00:37:08: Dass sie Menschen motivieren können, dass sich Menschen zusammenfinden lassen können.
00:37:13: Dass ich sie vereine, dass ich neue Ideen entwickle und dafür Menschen gewinne – das kann nicht!
00:37:18: Und ich glaube, das kann man auch von mir lernen.
00:37:20: diese Zuversicht... ...und die Art des Umgangs mit Menschen.
00:37:27: Du bist jetzt deinerneunzig beim Roten Kreuz.
00:37:31: Was hat sich da am meisten verändert?
00:37:35: die technischen Voraussetzungen.
00:37:37: Die haben sich unglaublich stark verändert, vor allem im Rettungsdienst hat das rote Kreuz und ja regelrecht ein Paradigmenwechsel gemacht mit neuen Gerätschaften.
00:37:49: also technische Entwicklung im Rrettungsdienste.
00:37:53: dem folgt jetzt gerade eine neue Ausbildungsinitiative.
00:37:57: man versucht es Gesetz, seine Detta-Gesetze neu zu formulieren, neu zu schaffen.
00:38:04: Das war eine der ganz großen Veränderungen.
00:38:06: Das Zweite ist Gott sei Dank die Beständigkeit des Rotikreuzes weltweit in tausend verschiedenen Richtungen tätig, genau wie es gebraucht wird.
00:38:19: und da läuft man vor das ist Rotikkreuz weltweit auch in seiner Haltung komplett verändert.
00:38:25: und dafür hat dann diese Grundsätze die sieben Grundsätzen gegeben Freiwilligkeit Menschlichkeit Universität usw.
00:38:33: Und die sind sozusagen das ethische Band und das ist beständig geblieben.
00:38:38: Das gefällt man der Organisation, es ist in seiner Grundhaltung sehr beständig und nicht nur blablabla – das wird bemessen weil wir sind ab wie er.
00:38:47: die helfen brauchen selber Hilfe und Unterstützung aus der Bevölkerung vor einem finanziellen Hilfe und deswegen braucht man Vertrauen.
00:38:57: und Vertrauen kann ich nicht anschaffen.
00:38:58: Es kriege ich nicht einfach, weil ich sage, wir sind so eine tolle Organisation!
00:39:02: Ich muss es leben Und wenn wir den Menschen, denen wir helfen unser Vertrauen entgegenbringen dann werden wir auch Vertrauen ernten.
00:39:13: Meine Abschlussfrage ist was würdest du jemandem raten der überlegt beim roten Kreuz anzufangen?
00:39:22: Ja tut es!
00:39:22: Es ist eine fantastische Organisation.
00:39:25: erwartet dir nicht die höchsten Gehaltklassen.
00:39:28: Wir sind ein ... so sehe ich's jetzt da vom... Employment Management.
00:39:34: Wir sind ein sicherer, sehr sicherer Arbeitgeber aber vielleicht nicht der beste Zahler.
00:39:41: Aber tut das weil du tust etwas was Sinn gibt?
00:39:45: Das wirst du spüren!
00:39:47: Du kriegst sehr viel zurück, aber es ist belastend hohe Belastung.
00:39:51: Aber du kriegest viel zurück und das ist ein Beruf von dem du immer spürst dass er Sinn macht.
00:39:58: Ja richt herzlichen Dank Paul Reintaler.
00:40:00: Es war ein Fantastisch interessantes, kurzweiliges Gespräch hat mir sehr gut gefallen.
00:40:06: Ich hoffe den Zuhörerinnen auch und ich wünsche dir weiterhin alles Gute für die letzten Wochenmonate in der Arbeit und dann vor allem als reine Privatpersonen.
00:40:19: Danke!
00:40:20: Danke für die Einladung.
00:40:21: Ich freue mich ja dass ich weiter im Rotengrolls freiwillig meine Trainings machen kann um das mit meiner Freizeit verbinden darf.
00:40:30: Es wird eine schöne Zeit.
00:40:30: Danke, dass ihr erzählen habt.
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00:40:34: unsere Sendung gefallen?
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